Wulf von Schimmelmann Der Herr der Sparbücher

Bereits in seiner Doktorarbeit ging es um das Sparverhalten der Deutschen - jetzt scheint Wulf von Schimmelmann am Ziel. Er hat mit der Postbank ein Staatsunternehmen offenbar zur Börsentauglichkeit gespart.

Bonn - Seit fast fünf Jahren lenkt Wulf von Schimmelmann die Deutsche Postbank. Der 56-jährige Banker hat den aus der früheren Deutschen Bundespost hervorgegangenen Staatsbetrieb unter dem Dach der Deutschen Post auf Trab gebracht, das Angebot für Kunden ausgeweitet und das Unternehmen zugleich auf Börsenkurs getrimmt.

Wie auch der Chef der Mutter, der Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel, gehört von Schimmelmann zu den leisen Führungsmanagern im Land, die still im Ton, aber zielgerichtet am Erfolg ihres Unternehmens arbeiten. Seit rund einem Vierteljahrhundert ist von Schimmelmann im Bankgeschäft zu Hause.

Nach Managertätigkeiten in leitenden Positionen bei der Landesgirokasse in Stuttgart, der DG Bank und in der Geschäftsleitung der Frankfurter BHF-Bank holte Zumwinkel zum 1. Februar 1999 als Vorstandschef zur Postbank. Beide kennen sich seit langem und waren gemeinsam schon am Anfang ihrer Karrieren in den siebziger Jahren bei der Beratungsfirma McKinsey & Co.

Der hoch gewachsene von Schimmelmann tritt stets wie ein eleganter Gentleman auf. Von der Universität Konstanz wurde er zum Honorarprofessor berufen. Von Schimmelmann wurde am 19. Februar 1947 im bayerischen Steinhöring geboren. Sein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolvierte er in Hamburg und Zürich. Bereits in seiner Promotion beschäftigte sich der begeisterte Golfer und Segler mit dem Sparanlageverhalten der Deutschen.

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