Standort Deutschland Ausländische Manager sollen weniger Steuern zahlen

Hessens Ministerpräsident Roland Koch will ausländische Spitzenmanager für Deutschland begeistern. Eine niedrigere Pauschalsteuer soll das Lockmittel sein.

Wiesbaden/Frankfurt am Main - "Die Initiative zielt darauf, Spitzenmanager und ihre Mitarbeiter an den Finanzmarkt nach Frankfurt zu holen", sagte der Sprecher des Hessischen Wirtschaftsministeriums, Clemens Christmann, der "Börsen-Zeitung". Über einen entsprechenden Gesetzentwurf werde die Länderkammer am 26. September beraten.

Ausländische Spitzenkräfte sollen danach ihren Bruttoarbeitslohn mit einer proportionalen Pauschalsteuer von 35 Prozent versteuern können. Abzüge für Werbungskosten oder Sonderausgaben sind im Gegenzug nicht mehr möglich.

Von der Pauschalierung profitieren nach den Berechnungen Hessens Beschäftigte mit einem Bruttoarbeitslohn von mehr als 77.000/151.000 Euro (Ledige/Verheiratete). Gemessen am Nettolohn, der für diese Tätigkeiten üblicherweise vereinbart wird, stellten sich Manager mit einem Nettoeinkommen von mehr als 50.000 beziehungsweise 98.000 Euro günstiger.

Die Besteuerung, die unwiderruflich für das Jahr des Zuzugs und die beiden Folgejahre beantragt werden muss, solle nach Kochs Vorstellungen von Anfang kommenden Jahres an gelten und auf drei Jahre befristet sein.

Möglichkeiten, den Zuzug ausländischer Spitzenmanager nach Deutschland steuerlich zu fördern, waren 1989 abgeschafft worden. Bis dahin konnte den Angaben zufolge im Einzelfall für zehn Jahre eine Pauschalbesteuerung angeboten werden.

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