DaimlerChrysler Hubbert will Hausgewächse

Wo Mercedes draufsteht, muss auch Mercedes drin sein: Jürgen Hubbert, Chef der Marke mit dem Stern, hat die Diskussion um seine eigene Nachfolge angefacht. Demnach haben ausschließlich Bewerber mit Konzernkarriere Chancen.

Berlin - Mercedes-Chef Jürgen Hubbert (64) hat sich für eine interne Nachfolgeregelung an der Spitze des Unternehmens ausgesprochen. Wenn Hubbert wie geplant 2005 aus Altersgründen aus dem DaimlerChrysler-Vorstand ausscheidet, soll sein Nachfolger "jemand sein, der schon heute im Unternehmen ist", sagte der Manager der "Berliner Zeitung".

"Ich persönlich halte eine Besetzung von außen für undenkbar", sagte Hubbert. "Entscheidend ist, dass derjenige die Tradition der Marke Mercedes-Benz lebt. Da hat es jemand, der aus dem Unternehmen kommt, leichter als ein Kandidat von außen."

Freilich denkt Hubbert bei dieser Beschreibung der Idealbesetzung an seine eigene Laufbahn. Der Maschinenbauingenieur begann seine Karriere bei Mercedes, im Werk Sindelfingen, wo er bereits während des Studiums ein Praktikum absolviert hatte. 1984 wurde ihm die Leitung des Fachbereichs Produktionsvorbereitung übertragen. Ihm wird als Hauptverdienst die Produktoffensive des Konzerns in den frühen neunziger Jahren zugeschrieben, die erstmalig auch auf Marktnischen abzielte.

Hubbert sagte weiter, Mercedes habe seine Absatzziele mit der Luxuslimousine Maybach "ganz eindeutig" erreicht. "Wir haben in diesem Jahr bereits mehr als 250 Maybach ausgeliefert. Davon 34 Stück in Deutschland. Bis Ende des Jahres werden wir etwa in die Größenordnung von 800 Fahrzeugen kommen." Später sollen es bis zu 1000 Autos im Jahr sein.

Hubbert geht davon aus, dass sein Unternehmen noch Wachstumspotentiale hat. "Mengenmäßig haben wir noch viel Spielraum, um zu wachsen." Der Weltmarktanteil von Mercedes liege gerade einmal bei 2,5 Prozent. "Um unsere Chancen zu nutzen, haben wir eine Modelloffensive eingeleitet, die nur eine Grenze kennt: Wir werden keinen Mercedes oberhalb der S- und keinen unterhalb der A-Klasse ins Portfolio nehmen", erklärte er.

Dazwischen gebe es noch genügend Luft für attraktive Produkte, wie das viertürige Coupé Vision CLS, das auf der gegenwärtigen IAA vorgestellt wurde. Zudem will Hubbert die A- und M-Klasse in ihrer nächsten Generation zu Modellfamilien ausbauen.

Auf dem Heimatmarkt allerdings schwächelt Mercedes derzeit. Der Hersteller hat im Juli in Deutschland mit 32.400 (Vorjahr 36.700) Fahrzeugen zwölf Prozent weniger Mercedes-Benz-Modelle verkauft als im Vorjahresmonat.

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