Goodbye, Dolly Der Lohn des Klonens

Die Schöpfung von Klonschaf Dolly galt als Sensation in der Geschichte der Gentechnik. Doch am Ende erfuhren die Klon-Kritiker Genugtuung. Erst starb das Schaf, jetzt müssen die Gründer wegen steigender Verluste ihre Reproduktionsfirma verkaufen.

London - Die Schöpfer des Klonschafs Dolly verkaufen angesichts drastisch steigender Verluste ihr Unternehmen. Das teilte der Vorstand der im schottischen Edinburgh ansässigen Firma PPL Therapeutics mit.

Nach Firmenangaben erhöhte sich der Nettoverlust im ersten Halbjahr dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 5,5 Millionen Pfund (7,8 Millionen Euro) auf 12,8 Millionen Pfund (18,2 Millionen Euro).

Geschäftsführer Geoff Cook und vier weitere Mitglieder des siebenköpfigen Vorstands traten nach Bekanntgabe der Verlustzahlen mit sofortiger Wirkung zurück. Der Vorstand beauftragte den Finanzdienstleister KPMG, beim Verkauf des Unternehmens zu helfen. Einem Plan zur Umstrukturierung des Unternehmens hatten die Aktionäre ihre Unterstützung verweigert. Im Juni hatte PPL die Entlassung von 90 Prozent der Mitarbeiter angekündigt.

Dysfunktionales Schaf

Bereits im April hatte das Unternehmen sich aus dem Geschäft der Reproduktionsmedizin zurückgezogen und seine für Stammzellforschung zuständige Tochterfirma in den USA an den amerikanischen Konzern Regenecor Holdings verkauft.

PPL war mit Dollys Geburt im Jahr 1996 erstmals gelungen, aus der Körperzelle eines erwachsenen Säugetieres ein anderes Tier zu klonen, also eine genetische Kopie des Mutterschafs herzustellen. Das Schaf wurde im Februar dieses Jahres wegen einer unheilbaren Lungenentzündung eingeschläfert.

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