Boris Becker Die Geister, die ich rief ...

Die New Economy - für Boris Becker ein Albtraum ohne Ende. Die Vergangenheit, namens das von ihm mitbegründete Portal "Sportgate", holt den Tennisstar wieder ein. Vor Gericht wollen Beckers Ex-Geschäftsfreunde Millionen einklagen.

München - Fast ein Jahr nach seinem Steuerstrafprozess steht Boris Becker wieder vor Gericht.

Diesmal geht es in einem Zivilprozess vor dem Landgericht München um eine Forderung von 1,5 Millionen Euro, die der Insolvenzverwalter seines erfolglosen Internet-Portals Sportgate vom dreifachen Wimbledon-Sieger einfordert.

Der Insolvenzverwalter beruft sich nach Angaben des Gerichts auf eine angebliche Zusage Beckers, Verluste des Portals bis 1,5 Millionen Euro auszugleichen. Sportgate hatte im Sommer 2001 Insolvenz angemeldet. Becker hat die Vorwürfe bestritten.

Das Landgericht hat ein persönliches Erscheinen Beckers angeordnet. Ob der Ex-Tennisprofi aber erscheint, ist offen, da er sich nach Angaben der Kammer auch von einem Anwalt vertreten lassen kann. Auch die Dauer des Verfahrens sei offen.

Kein glückliches Händchen mit Geld

Eine Niederlage in dem Prozess wäre ein weiterer Rückschlag für den einstigen Tennisstar, der 1999 seine Profikarriere beendete. Das Landgericht München hatte Becker im Oktober 2002 wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 500.000 Euro verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Becker dem Fiskus jahrelang einen Wohnsitz im Münchner Nobelstadtteil Bogenhausen verschwiegen und so 1,7 Millionen Euro vorenthalten hatte. Offiziell lebte Becker seit 1984 im Steuerparadies Monaco. Vor dem Steuerprozess hatte er bereits dem Finanzamt mehr als drei Millionen Euro an Steuerschulden zurückgezahlt.

Auch beim Aufbau seiner neuen Karriere lief nicht alles optimal: Neben Sportgate hat auch Beckers Sportler-Agentur BBM ihre Geschäfte eingestellt. Seine Anwälte verhandelten nach eigenen Angaben im Sommer zudem mit der Stadt München über die Zahlung von Gewerbesteuern, die der Stadtkämmerer verlangt.

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