Babcock Wenn der Müllmann dreimal klingelt

Drei Top-Manager entwickelten die kriminelle Energie schwerer Jungs. Mit illegalen Preisabsprachen erleichterten sie Babcock um sechs Millionen Mark. Der geständige Sigfrid Michelfelder ist seit dem Kölner Müll-Skandal einschlägig bekannt.

Köln - Der bereits in den Kölner Müll-Skandal verstrickte Manager Sigfrid Michelfelder hat offenbar auch den insolventen Maschinenbaukonzern Babcock Borsig um Millionen gebracht.

Der ehemalige Geschäftsführer des Anlagenbauers Steinmüller habe ein Schuldanerkenntnis in Höhe von knapp einer Million Euro abgegeben, bestätigte Babcock-Sprecher Thomas Schulz einen Bericht der "Welt am Sonntag". Gemeinsam mit zwei weiteren Managern soll Michelfelder Babcock um sechs Millionen Mark betrogen haben.

Betroffen sind laut Schulz neben Michelfelder der damalige Geschäftsführer des Kesselbauers EVT, Norbert Krüger, und der damalige Chef der Babcock Lentjes Kraftwerkstechnik, Ralf Schumacher.

Die drei Manager sollen vor der Bewerbung um den Bau von Kraftwerken in China mit einem Gesamtvolumen von 150 Millionen Euro verabredet haben, ihre Angebote jeweils um sechs Millionen Mark zu überhöhen. Dieses Geld sei in einen so genannten "Looser-Pool" geflossen und über ein Schweizer Konto unter den drei Managern aufgeteilt worden.

Den Zuschlag für das China-Geschäft erhielt Babcock. Daraufhin habe Babcock die sechs Millionen Mark auf Scheinrechnungen an die Schweizer Aktiengesellschaft für Industrieförderung (AIF) gezahlt.

Sollten Krüger und Schumacher nicht ebenso wie Michelfelder ein Schuldanerkenntnis unterschreiben, werde Babcock gegen sie Anzeige wegen Betrugs erstatten, sagte Schulz.Die Schweizer AIF ist ebenso wie Michelfelder bereits wegen des Kölner Müll-Skandals im Visier der Staatsanwaltschaft.

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