Anna Lindh Populär und erfolgreich

Die schwedische Außenministerin galt in ihrem Land als populärste Politikern und aussichtsreichste Anwärterin auf die Nachfolge von Ministerpräsident Göran Persson. Sie hinterlässt Ehemann und zwei Söhne.

Stockholm - Die am Donnerstag an den Folgen eines Attentats gestorbene schwedische Außenministerin Anna Lindh übernahm erstmals 1994 einen Kabinettsposten. Sie wechselte nach vier Jahren als Umweltministerin 1998 in das Außenressort und galt zuletzt als aussichtsreichste Anwärterin auf die Nachfolge von Ministerpräsident Göran Persson. Bei Umfragen wurde Lindh in diesem Jahr mehrfach als populärste Politikerin in Schweden eingestuft.

Lindh wurde am 19. Juni 1957 in Enskede geboren und betätigte sich seit ihrer Jugend stets politisch und beruflich für die sozialdemokratische Partei Schwedens. 1982 wurde sie als damals jüngste Abgeordnete in den Stockholmer Reichstag gewählt und machte sich schnell einen Namen.

Lindh heiratete 1991 den früheren Innenminister Bo Holmberg. Die beiden Söhne des in Norrköping wohnenden Paares wurden 1991 und 1995 geboren.

Als internationaler Durchbruch Lindhs galt die schwedische EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2001. Die Außenministerin erhielt einhelliges Lob von Medien und Politikerkollegen für ihre Arbeit bei den Verhandlungen zur EU-Erweiterung. Im eigenen Land engagierte sie sich intensiv für ein Ja der schwedischen Bevölkerung zur Einführung des Euro bei der an diesem Sonntag geplanten Volksabstimmung.

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