Frische Semmeln "Die Japaner sind begeistert"

Die Backöfen des Familienbetriebs Manz genießen im Ausland hohes Ansehen. Vor allem japanische Bäcker schätzen die Wertarbeit "Made in Germany". Denn nur die technischen Wunderwerke aus Franken erfüllen die speziellen Ansprüche aus Fernost.

Creglingen - Wenn es um Japan geht, kommt Robert Häußler in Fahrt. Der Ofenbauer und Geschäftsführer der Creglinger Firma Manz hält große Stücke auf das Land im Fernen Osten, das so weit entfernt von der idyllischen Kleinstadt knapp vor der Grenze zum bayerischen Franken zu sein scheint.

Die japanischen Bäcker, erzählt Häußler begeistert, schwören auf die hochwertigen Öfen "Made in Germany". Nicht zuletzt deshalb, weil Häußler und seine 25 Mitarbeiter diese in Handarbeit zusammenbauen - und dabei die ganz besonderen Wünsche der asiatischen Brotbäcker erfüllen.

Die ungewöhnlichen Geschäftsbeziehungen begannen vor fünf Jahren, erzählt Häußler. Ein japanischer Geschäftsmann sei auf einer Bäckermesse in Deutschland am Stand der Firma Manz stehen geblieben, weil ihm das Design der Öfen so gut gefallen habe.

Werbewirksames Firmenschild

In blitzendem Stahl präsentieren die sich, vorn prangt ein etwas veraltet wirkendes Schild mit dem Firmennamen. "Da stehen die Japaner drauf, für die symbolisiert das Wertarbeit - à la 'deutsche Schwerindustrie 1918'", erklärt Häußler. Deshalb bestünden auch seine japanischen Partner auf das altmodische Firmenschild des 41 Jahre alten Unternehmens.

Doch damit waren noch nicht alle Sonderwünsche der Asiaten erfüllt. "Die wollen ihr Brot auf ganz spezielle Weise gebacken haben - oben schön goldbraun, unten dagegen möglichst weiß und weich", erklärt Häußler. Damit der japanische Bäcker seinen Kunden diese Brötchen bieten kann, haben Häußler und seine Mitarbeiter Regler und digitale Anzeigen angebracht, mit denen sich an jedem Ofenfach separat Ober- und Unterhitze einstellen lassen.

Backseminare für japanische Touristen

"Die Japaner sind begeistert", meint Häußler. Regelmäßig reist er ans andere Ende der Welt und blickt jedes Mal in strahlende Gesichter, wenn ihm "seine Öfen" in Aktion vorgeführt werden. Auch auf japanischen Bäckermessen stelle er inzwischen aus.

Mindestens einmal im Jahr besuchten ihn seine japanischen Geschäftspartner, die wohl auch das nahe Rothenburg ob der Tauber lockt. Für japanische Touristen habe die Firma schon Backseminare veranstaltet, berichtet der Ofenbauer. Dabei wurde ihnen beigebracht, wie deutsche Brötchen gebacken werden.

12.000 Euro kassiert die Firma für einen "japanischen" Ofen, die Stücke für den deutschen Hausgebrauch kosten im Durchschnitt etwa 2500 Euro. Inzwischen hat Häußler nach eigenen Angaben den Anteil des Asiengeschäfts am Gesamtumsatz auf 15 Prozent ausgedehnt. "Ich sehe da noch großes Potenzial", sagt er.

Doch damit nicht genug: Die kleine Firma liefert nun auch in den hohen Norden nach Skandinavien. Norwegische Rentner würden in Altersheimen mit Öfen der Firma Manz bekocht. 82 Geräte habe er schon geliefert, berichtet Häußler stolz.

Und Japan soll nicht das einzige Projekt in Asien bleiben: In einer Ecke der Werkshalle schrauben Häußlers Mitarbeiter an einem besonderen Ofen - für Bangladesch.

Christopher Kellner, dpa

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