DaimlerChrysler Der Image-Macher geht

Er prägte das Image von DaimlerChrysler wie kein anderer: Nachdem Matthias Kleinert lange Lothar Späth zu Diensten war, sorgte der PR-Berater dafür, dass der Autokonzern glanzvoll im Licht der Öffentlichkeit erstrahlte. Jetzt räumt er seinen Stuhl für einen Journalisten.

Stuttgart - Michael Inacker, bisher Leiter des Berliner Büros der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", wird als Nachfolger von Matthias Kleinert die Leitung des Bereichs Politik und Außenbeziehungen bei DaimlerChrysler  übernehmen.

Kleinert (65), bisher Generalbevollmächtigter der DaimlerChrysler AG, wird zum Jahresende in den Ruhestand treten. Er werde dem Unternehmen weiterhin in beratender Funktion angehören, heißt es weiter.

1988 war Kleinert nach 16 Jahren als Fraktions- und Regierungssprecher von Lothar Späth (CDU) zur damaligen Daimler-Benz AG gewechselt. Mercedes-Chef Werner Niefer war es, der Kleinert holte. Niefer wollte einen PR-Fachmann mit Außenwirkung.

Kleinert erwies sich in der neuen Rolle als oberster Öffentlichkeitsarbeiter "beim Daimler" recht umtriebig und als PR-Talent. Auch in dieser Position gelang dem Kommunikator ein Coup, der als "Schnäppchen" Schlagzeilen machte. Für zehn Millionen Mark taufte die Stadt Stuttgart ihr alt bekanntes "Neckarstadion" in "Gottlieb-Daimler-Stadion" um.

Neues Image-Konzept

Kleinert war es auch, der Daimler-Chef Edzard Reuter riet, den Großkonzern für die Öffentlichkeit "durchsichtiger" zu machen. Weltweit wurden über 40 Konzernrepräsentanzen von Peking über Moskau bis Sao Paulo aufgebaut. Bilanz-Pressekonferenzen wurden plötzlich zu Massenveranstaltungen für Journalisten, weil Kleinert die "Dialogbereitschaft" des Konzern dokumentieren wollte. Kleinert setzte auf ein neues Image-Konzept.

1995 berief ihn Schrempp zum Leiter des neuen Bereichs Politik und Außenbeziehungen, der dem politisch ambitionierten Kleinert direkt auf den Leib geschrieben war. Kleinert hatte der Unternehmensspitze geraten, den Großkonzern für die Öffentlichkeit "durchsichtiger zu machen".

Wie DaimerChrysler nun mitteilte, wird der 39-jährige Michael Inacker als Vice President mit Sitz in Stuttgart den Posten von Kleinert übernehmen und für die Themen Politik und Außenbeziehungen weltweit zuständig sein - mit Ausnahme von Nordamerika. Inacker hatte schon früher zwei Jahre lang den Planungsstab des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp geleitet.

Die Gesamtverantwortung trägt künftig der Amerikaner Robert G. Liberatore. Robert G. Liberatore (54), bisher Leiter Politik und Außenbeziehungen in Nordamerika, wird zum 1. Januar 2004 die Gesamtverantwortung für den Bereich Politik und Außenbeziehungen übernehmen. Er werde in seiner Funktion direkt an Schrempp berichten.

Liberatore wird damit auch für Inackers Bereich verantwortlich zeichnen. Timothy J. McBride (42) wird mit Sitz in Washington den Bereich Politik und Außenbeziehungen für Nordamerika übernehmen.

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