Siemens Herr der Handy-Horden

Die Handysparte von Siemens hat einen neuen Chef: Ian Moyes soll das Geschäft ankurbeln. Damit gleich klar ist, wo es lang geht, korrigiert der Konzern flugs seine Absatzprognose für Mobiltelefone - nach oben.

München - Ian Moyes übernimmt Anfang September die weltweite Verantwortung für die Handy-Sparte von Siemens . Der bislang für den weltweiten Vertrieb zuständige Moyes löst damit das für die Mobilfunksparte Information and Communication Mobile (ICM) verantwortliche Vorstandsmitglied Rudi Lamprecht ab, der seit Mai das Geschäftsgebiet kommissarisch mitleitete, teilte der Technologiekonzern am Freitag mit.

Die Handy-Sparte ist eines von fünf Geschäftsgebieten von ICM. Mitte Mai war der bisherige Leiter der Handy-Sparte, Peter Zapf, aus "internen Gründen" ausgeschieden.

Unter Zapf konnte die Sparte ihre Absatzzahlen im ersten Quartal 2003 gegenüber dem Vorjahr nur um 5,7 Prozent steigern. Da der Handy-Markt im gleichen Zeitraum um mehr als 18 Prozent wuchs, sackte der Siemens-Marktanteil von 8,5 auf nur noch 7,6 Prozent ab.

Doch nun ist Siemens optimistisch. Der Konzern erwartet für die Mobilfunksparte im Geschäftsjahr 2002/2003 eine Steigerung des Handyabsatzes um 15 bis 20 Prozent. Das heißt, der Absatz soll von 33 Millionen verkauften Handys 2002 auf 38 bis 39 Millionen Mobilfunktelefone anwachsen.

Siemens werde damit den globalen Markt schlagen, der sich dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr nur um fünf bis 10 Prozent verbessern dürfte, sagte ein Sprecher von Siemens ICM. Bisher hatte das Unternehmen allerdings keine Jahresprognose abgegeben.

Da jedoch die Erlöse Anfang August den Vorjahresumsatz bereits übertroffen hätten, sei man nun imstande, ein Umsatzziel für das im September endende Geschäftsjahr zu formulieren, so der Sprecher.