Bugatti Schleuderpartie für Neumann

Stärker, teurer, schneller: Der Bugatti Veyron soll ein Titan des Sportwagenbaus werden. Doch dem waghalsigen Projekt des VW-Konzerns droht der Titanic-Effekt. Bevor es zu spät ist, soll Bugatti-Chef Karl-Heinz Neumann persönliche Konsequenzen ziehen.

Wolfsburg - Der im VW-Konzern  für die Sportwagenmarke Bugatti verantwortliche Karl-Heinz Neumann muss nach einem Bericht des SPIEGEL gehen.

Wie das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe berichtet, legt Vorstandschef Bernd Pischetsrieder ihm die verpatzte Premiere des 16-Zylinder-Modells Veyron zur Last. Wegen technischer Probleme sei die Markteinführung des 1001 PS starken Wagens um ein Jahr verschoben worden.

Bereits im Frühsommer waren Motorjournalisten zu ersten Vorführungen des Wahnsinnssportwagens - Spitzengeschwindigkeit über 400 km/h, Preis über eine Million Euro - in das elsässische Molsheim eingeladen worden. Doch der Termin wurde gestrichen.

Dem Magazinbericht zufolge sind gleich mehrere kapitale technische Probleme noch nicht gelöst: Der Motor in dem flunderflachen Wagen überhitze zu leicht; das Spitzendrehmoment von 1250 Newtonmetern habe bisher noch jedes Testgetriebe in seine Einzelteile zerlegt; die richtige Gummimischung für die Reifen sei noch immer nicht gefunden; die Aerodynamik des Wagens erlaube bei Geschwindigkeiten jenseits von 300 km/h keine sichere Straßenlage mehr.


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So zieht VW-Chef Bernd Pischetsrieder bei dem Renommierprojekt seines Vorgängers und heutigen VW-Oberkontrolleurs Ferdinand Piëch nun Konsequenzen. Die Demission Neumanns und eine auf 2004 verschobene Premiere des Bugatti sollen beschlossene Sache sein. Wer den Sportkarren aus dem Dreck ziehen soll, bleibt dagegen weiter Spekulation. Im Gespräch ist der frühere Audi-Chef Franz-Josef Paefgen. In dessen Verantwortung liegt derzeit die britische Nobelmarke Bentley.

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