ProSiebenSat1 Der König ist tot, es lebe der König

US-Milliardär Haim Saban hat beim Medienkonzern Fakten geschaffen. Er besetzt vier Posten des Aufsichtsrats mit engen Gefolgsleuten und wird voraussichtlich selbst den Vorsitz übernehmen.

München - Zwei Tage nach der Übernahme der Stimmrechtsmehrheit sichert sich der neue ProSiebenSat1-Eigner Haim Saban auch im Aufsichtsrat die Macht. Neben ihm werden die Chefstrategen Adam Chesnoff und Ynon Kreiz, Sabans Bruder Arieh und der Medienberater Ron Kenan in das Führungsgremium des Medienkonzerns  einziehen

Nach bisher unbestätigten Angaben will sich Saban zum Vorsitzenden wählen lassen. Überraschend ist, dass die sechs amerikanischen Finanzpartner Sabans keine direkten Vertreter in den Aufsichtsrat entsenden.

Für den Axel-Springer-Verlag rückt Vorstandsmitglied Hubertus Meyer-Burckhardt als zweiter Vertreter in das Gremium. Die Bestellung der neuen Aufsichtsratsmitglieder soll nach Angaben von ProSiebenSat1-Sprecher Torsten Rossmann in den nächsten Tagen auf gerichtlichem Wege erfolgen und für die Zeit bis zur nächsten Hauptversammlung gelten. Der Aufsichtsrat werde weiter neun Mitglieder zählen.

Ihren Sitz behalten werden den Angaben zufolge KirchMedia-Insolvenzverwalter Michael Jaffe, Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner und das Vorstandsmitglied der Commerzbank, Wolfgang Hartmann. Ausscheiden werden dagegen unter anderem die KirchMedia-Manager Hans-Joachim Ziems und Wolfgang Betteray.

Ursprünglich hatte Saban geplant, den ZDF-Entertainer Thomas Gottschalk in das Gremium zu berufen. Auch der ehemalige ZDF-Intendant Dieter Stolte war als weiterer Vertreter des Springer-Verlags im Gespräch.

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