Ford Der Europa-Chef nimmt seinen Hut

Noch Anfang des Monats machte Martin Leach dem Ford-Präsidenten Nick Scheele seine Aufwartung. Genützt hat's nichts. Nach der Vorlage überraschend schwacher Quartalszahlen ist der Ford-Europa-Chef jetzt zurückgetreten.

Frankfurt - Noch Anfang August kam Leach mit froher Kunde aus dem Ford-Hauptquartier in Dearborn zurück. Er sagte, zwar gelte auch für Ford of Europe ein Einstellungsstopp. Aber "einen Personalabbau können wir uns nicht leisten - für unsere aggressive Modelloffensive brauchen wir jeden Mann."

Leach gab das Interview kurz nach seiner Rückkehr von einem Treffen mit Ford-Präsident Nick Scheele. Dieser hatte den Abbau von insgesamt 2000 Stellen angekündigt.

Nachdem die europäische Ford-Tochter im zweiten Quartal einen Vorsteuerverlust von 525 Millionen Dollar geschrieben hatte, war bereits über personelle Konsequenzen im Spitzenmanagement spekuliert worden. Wie Ford Europe mitteilte, werden Leachs Aufgaben übergangsweise von David Thursfield übernommen, der im Konzernvorstand das Amt des Vizepräsidenten inne hat.

Thursfield bekräftigte die Absicht der Ford-Tochter, mit weiteren Kostensenkungen auf das schwierige Marktumfeld zu reagieren. Der US-Konzern  litt in seinem Europa-Geschäft zuletzt unter fallender Nachfrage und einem erbitterten Preiskampf.

Ford Europe hatte nach Werksschließungen, nach dem Abbau von Stellen und mit einer Reihe neuer Modelle in den vergangenen drei Jahren wieder Gewinne erwirtschaftet. Der Entwicklung kehrte sich in diesem Jahr aber wieder um.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.