Adidas Selig sind die Reumütigen

Jan Ullrich dopte und verlor alles - unter anderem einen lukrativen Sponsorenvertrag mit Adidas. Gegen alle Erwartungen radelt Ullrich wieder ganz vorne mit: Clean, geläutert. Und vielleicht bald wieder mit Rückenwind vom alten Sponsor.

Berlin - Der deutsche Sportartikel-Hersteller Adidas  hält ein erneutes Sponsoring von Rad-Olympiasieger Jan Ullrich für möglich. "Wenn wir einen Vertrag kündigen, muss das nicht für alle Ewigkeit sein", sagte der Vorstandschef der Adidas-Salomon AG, Herbert Hainer, dem Berliner "Tagesspiegel": "Wenn der Sportler sich menschlich weiter entwickelt und auch sportlich wieder zu seiner Form zurückfindet wie in diesem Jahr, dann kann es immer wieder ein Zurück geben."

Adidas hatte sein Engagement für Ullrich nach dessen Drogenaffäre eingestellt. Diesen Schritt rechtfertigt Hainer: "Wir haben ganz klar gesagt, dass wir mit gedopten Sportlern nicht zusammenarbeiten werden. Deshalb mussten wir den Vertrag mit Jan Ullrich vor einem Jahr kündigen. Aber Jan ist wirklich ein guter Mensch. Natürlich hat er Fehler gemacht."

Zurückhaltend äußerte sich Hainer zu einer möglichen Unterstützung von Ullrichs neuem Team Bianchi, das für die kommende Saison noch einen Co-Sponsor sucht. "Natürlich haben wir mit Bianchi gesprochen und sind interessiert. Aber es ist noch zu früh für uns, da einzusteigen", sagte Hainer. Bianchi-Teammanager Jacques Hanegraaf hatte zuletzt Gerüchten über finanzielle Probleme widersprochen und erklärt, die laufende Saison sei gesichert. Ein weiterer Geldgeber für das kommende Jahr sei allerdings willkommen.