Montag, 24. Februar 2020

Business Angel Sternberg verleiht Flügel

Herbert Sternberg ist Entwicklungshelfer in Sachen Existenzgründung. Der Ex-Banker steht jungen Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite. Er beschafft Geld und die nötigen Kontakte - für viele Start-ups die einzige Chance, ihre Ideen lukrativ umzusetzen.

Frankfurt/Main - "Ich bin kein Freizeitmensch, der Golfplatz reizt mich nicht." Der pensionierte Exbanker Herbert Sternberg weiß etwas Sinnvolleres mit seiner Zeit anzufangen: er ist Business Angel.

Macht mehr aus Ideen: Herbert Sternberg
Mit seinem reichen Erfahrungsschatz, seinen Kontakten zur Finanzwelt und zu Ministerien steht der frühere Topmanager jungen Firmengründern zur Seite, die oft außer einer guten Geschäftsidee und Enthusiasmus nichts vorzuweisen haben. Und Sternberg hilft - wie es sich für einen Engel gehört - kostenlos.

"Ich halte den jungen Leuten die Dinge vom Hals, die sie anwidern: Kreditverhandlungen und Arbeitsverträge zum Beispiel", sagt Sternberg mit unternehmungslustig funkelnden Augen. Pleiten von Start-Up-Unternehmen haben nach seiner Meinung zumeist ihre Ursache in kaufmännischer Unfähigkeit von Jungunternehmern.

Und da kann der 61-Jährige helfen, denn das Bankgeschäft hat er von der Pike auf gelernt. Kiel, Köln und schließlich Frankfurt waren Stationen auf seinem Karriereweg. Seine letzten Berufsjahre war Sternberg Mitglied der Geschäftsleitung der American Express Bank und schließlich Vorstandsmitglied der Allgemeinen Deutschen Direktbank AG in Frankfurt am Main.

Banker im Unruhestand

Als Sternberg 1997 - finanziell gut abgesichert - nach über 30 Berufsjahren in den Ruhestand ging, hatte er keine Lust, die Zeit mit Hobbys totzuschlagen. Er hörte von Rostocker Medizinstudenten, die ein Leberdialysegerät entwickelt hatten, und auf der Suche nach Geld waren, um ihre Ideen zu vermarkten. Sternberg war von der Idee begeistert und ließ seine Verbindungen zur Frankfurter Finanzwelt spielen. Die Jungunternehmer erhielten ihren Kredit - und Sternberg hatte seinen ersten "Fall".

Es stellte sich schnell heraus, dass er nicht mehr von zu Hause aus arbeiten konnte. "Meine Frau konnte ja schlecht der Sekretärin eines Ministers am Telefon sagen: Mein Mann bringt gerade den Müll 'raus", grinst Sternberg. Deshalb bezog er ein Büro in Frankfurt.

Mittlerweile hat der unruhige Ruheständler wieder einen richtigen Betrieb mit Sekretärin, Konferenzzimmer und allem Drumherum. Die anfallenden Kosten finanziert Sternberg aus Nebentätigkeiten.

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