Reemtsma Schmuggler und Geldwäscher?

Gegen den früheren Reemtsma-Manager Manfred Häussler wird ein schwerer Verdacht laut: Wie manager magazin exklusiv berichtet, ermitteln Schweizer Behörden gegen den 57-Jährigen wegen des Verdachts auf Geldwäsche.
Von Petra Schlitt und Jörg Schmitt

Hamburg - Der ehemalige Chef des Zigarettenherstellers Reemtsma, Manfred Häussler (57), ist in das Visier der Schweizer Geldwäschefahnder geraten. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag (18. Juli) erscheint.

Gegen Häussler, der Anfang Juli aus dem Vorstand der Reemtsma-Muttergesellschaft Imperial Tobacco  zurückgetreten ist, und sechs weitere Reemtsma-Manager wird seit Anfang des Jahres wegen des Verdachts auf Zigarettenschmuggel und Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermittelt.

Wie manager magazin schreibt, war am 15. Januar 2003, nur einen Tag nach einer groß angelegten Durchsuchungsaktion in der Hamburger Reemtsma-Zentrale, ein Betrag von 1,7 Millionen Euro bei der Zürcher Filiale der englischen Privatbank Coutts & Co. eingegangen. Auftraggeber der Überweisung, die von der Hamburger Berenberg Bank ausgeführt wurde, war Häussler.

"Rechtmäßig erworbenes Vermögen"

Die Zürcher Bankiers, von Berichten über die Razzia bei Reemtsma alarmiert, benachrichtigten die Schweizer Geldwäschebehörde, die das Guthaben beschlagnahmte und ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen Häussler einleitete. Nach Informationen von manager magazin klagte der Manager beim Schweizer Bundesgericht vergeblich auf Freigabe des Betrags.

Nach Angaben Häusslers handelt es sich bei dem Geld um "rechtmäßig erworbenes Vermögen", das er im Zuge seiner Versetzung nach England transferiert habe. Alles sei "legitim und transparent" gewesen, von Geldwäsche könne keine Rede sein.

Den Verdacht der Schweizer Ermittler, der Manager habe sein Geld "unter dem Druck der gegen ihn erhobenen Vorwürfe in der Schweiz in Sicherheit bringen" wollen, kontert sein Anwalt mit dem Hinweis, Häussler habe der Hamburger Bank den Überweisungsauftrag bereits Mitte Dezember 2002 gegeben. In diesem Fall bleibt es jedoch rätselhaft, warum das Geld erst fast einen Monat später in Zürich einging.

Arrest über rund eine Million Euro aufgehoben

Unterdessen hat das Landgericht (LG) Stade am 2. Juli 2003 einen Arrest über rund eine Million Euro aus Häusslers Vermögen aufgehoben. Den Arrest hatte das Amtsgericht Stade im März 2003 zur Sicherung eines angeblichen Steueranspruchs gegen Häussler verhängt.

Nach Angaben von Häusslers Anwalt soll die Schweizer Bundesanwaltschaft aufgrund der Beschlüsse des LG Stade die Sperre des in der Schweiz gesperrten Vermögens von Häussler aufgehoben haben. Die Bundesanwaltschaft bestätigt gegenüber manager-magazin.de zwar die Freigabe der zuvor arrestierten Gelder, die Ermittlungen in Sachen Geldwäsche gegen Häussler gehen nach Auskunft der Behörde jedoch weiter.