Schering Neuer Vorstand, neue Welt

Der Berliner Pharmakonzern hat den US-Markt fest ins Visier genommen. Daher wird der neue Vorstand Marc Rubin sein Büro jenseits des Großen Teichs beziehen. Praktischerweise ist er auch Amerikaner.

Berlin - Der Berliner Pharmakonzern Schering  hat seinen Vorstand erweitert. Der Aufsichtsrat bestellte am Montag den US-Amerikaner Marc Rubin zum neuen Vorstandsmitglied.

In dem jetzt sechsköpfigen Führungsgremium wird der 48-Jährige von Oktober an für Produktentwicklung zuständig sein. Bislang gehörte dieses Feld zum Gebiet von Forschungsvorstand Günter Stock.

Rubin wird seinen Dienstsitz nicht in der Schering-Zentrale in Berlin, sondern am US-Standort in New Jersey haben. Der Pharmakonzern verstärkt schon seit einigen Jahren seine Aktivitäten in den USA, dem weltweit wichtigsten Pharmamarkt. Derzeit macht Schering dort einen Umsatz von einer Milliarde US-Dollar (0,86 Mrd Euro), bis 2006 soll er verdoppelt werden.

Rubin wird neben Lutz Lingnau (Vorstand für Spezial-Therapeutika und Dermatologie) der zweite Schering-Vorstand mit einem Arbeitsplatz in den USA sein. Erlen verwies darauf, bereits 2001 angekündigt zu haben, in den USA ein zweites Hauptquartier von Schering aufzubauen. "Im Entwicklungsbereich sind mittlerweile ganz wichtige Funktionen von uns in den USA angesiedelt", die, so der Vorstandsvorsitzende, mittlerweile global gesteuert werden.

Verjüngung des Vorstands eingeleitet

Die Bestellung Rubins stelle "gleichzeitig einen weiteren Schritt im Rahmen unserer langfristigen Nachfolgeplanung dar". Erlen betonte, in dem sechsköpfigen Schering-Vorstand seien drei Mitglieder an der Grenze zum 60. Lebensjahr. Mit dem 48-jährigen Rubin solle auch die Kontinuität im Schering-Management - die gerade im Wissenschaftsbereich besonders wichtig sei - sichergestellt werden.

Vor allem in den Bereichen Gynäkologie und Andrologie (sexuelle Funktionsstörungen) arbeitet Schering an neuen Produkten. Wichtig sind auch Mittel gegen Krebs und Störungen der Herzkranzgefäße.

"Wir wollen dabei innovative Produkte entwickeln, die in Bereichen helfen, wo es derzeit für Patienten noch gar keine richtige Hilfe gibt", erklärte Erlen. Rubin werde in seiner neuen Position auch die vorklinische und klinische Entwicklung bei Schering leiten.

Vor dem Wechsel zu Schering besetzte das neue Vorstandsmitglied bei dem britischen Konkurrenten GlaxoSmithKline  mehrere Führungspositionen und war für die Betreuung von Programmen in den USA, Europa, Asien und Lateinamerika zuständig. Ab 2001 war er bei dem britischen Unternehmen "Senior Vice President of Global Clinical Pharmacology & Discovery Medicine".

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