Chris Gent Anruf von Lehmann

Zwanzig Jahre bei Vodafone und 662.000 Pfund jedes Jahr für den Rest seines Lebens - man hätte denken können, Chris Gent macht es sich im Ruhestand bequem. Doch wenn er Ende des Monats bei dem Mobilfunker von der Brücke geht, steht seine neue Position schon fest: Direktor bei Lehmann Brothers.

London - Chris Gent (55) ist bekannt als der Mann, der Vodafone  groß gemacht hat. Dass die damalige kleine Telekom-Klitsche am 1. Januar 1985 den ersten britischen Mobilfunkanruf führte, war auch Gents Werk. Weniger bekannt ist hingegen, dass er eigentlich Banker ist. Seine Karriere begann Ende der sechziger Jahre bei der National Westminster Bank.

Insofern markiert Gents nächster Schritt eine Rückkehr zu seinen beruflichen Anfängen: Wie die "Welt" meldet, soll Gent als Direktor ohne operative Aufgaben zu Lehman Brothers gehen. Sein Dienstsitz ist noch nicht bekannt, ebenso steht die Bestätigung durch den Vorstand der Investmentbank noch aus.

Angesichts Gents guten Rufes und Bekanntheitsgrades gilt eine Zusage aber als wahrscheinlich. In jedem Fall kommt die Personalie überraschend, hatte Gent doch zum Jahreswechsel bekannt gegeben, dass er in den Ruhestand gehen wolle.

Gent hatte noch vor kurzem in der Kritik der Vodafone-Aktionäre gestanden, die sich über sein "astronomisch hohes" Gehalt beklagten. Im vergangenen Geschäftsjahr bekam er ein Grundgehalt von 1,2 Millionen Pfund und dazu Aktien und Obligationen im Wert von bis zu 3,9 Millionen Pfund. Er ist damit der bestbezahlte britische Manager.

Mit Spannung wird Gents Nachfolger Arun Sarin erwartet, der im Januar als neuer Vodafone-Chef angekündigt wurde. Er ist vor allem in Europa weitgehend unbekannt. Gerüchten zufolge findet sich in seinem Managervertrag mit Vodafone eine Klausel, wonach er über seine Kündigung nicht per SMS informiert werden darf.

Gents Nachfolger: Der große Unbekannte Vodafone: Chris Gent mag nicht mehr

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