Donnerstag, 19. September 2019

Kochlöffel Miss Schnellkochtopf

2. Teil: Essen vom Satelliten

Essen vom Satelliten

Martha van den Berg ist trotz allen unternehmerischen Einsatzes bodenständig geblieben. Sie ist der lebendige Beweis dafür, dass Unternehmer nicht 18 Stunden am Tag arbeiten müssen, um Erfolg zu haben. Die 66-jährige steht um 6.45 Uhr auf, ist um 9.00 Uhr in ihrem Büro und zwischen 19.00 und 20.00 Uhr wieder zu Hause.

Einmal im Jahr Visite in jeder Filiale:Martha van den Berg
Sie sieht sich auch als die vorbildliche Verbindung aus Karrierefrau und Mutter. Denn neben zwei Unternehmen haben sie und ihr Mann auch noch sieben Kinder großgezogen: sechs Töchter und einen Sohn. Eine der Töchter leitet bereits die Werbeabteilung in der Firma.

Die Geschichte von "Kochlöffel" ist auch die Geschichte der Fastfood-Kultur in Deutschland. Als Martha van den Berg - angeregt von Friedrich Jahn und seiner "Wienerwald"-Kette - auf das schnelle Essen setzte, steckte diese Art der Nahrungsaufnahme noch in den Kinderschuhen. Dementsprechend sahen auch die ersten "Kochlöffel"-Speisekarten aus. Damals standen Braten, Haxe mit Sauerkraut und Gulasch auf dem Menüplan. Heute sind es Kroketten, Frühlingsrollen, Hamburger und halbe Hähnchen.

In den Stadtrandlagen der Metropolen mit ihren gewachsenen Gemeinschaften sowie in mittelgroßen Städten ist "Kochlöffel" zu Hause. Vor dem Hintergrund des latenten Aussterbens der Innenstädte hat Martha van den Berg jedoch vorgesorgt. Derzeit wird an einem Konzept mit so genannten Satellitenbetriebstypen für die Einkaufzentren auf der Grünen Wiese gearbeitet.

Normann Berg, ddp

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