Alexander Falk Haftrichter bleibt hart

Der Millionenerbe muss in Untersuchungshaft bleiben. Er soll versucht haben, ein Bankkonto seiner Frau zu überschreiben, kurz bevor er sich den Behörden stellte.

Hamburg - Der Internetunternehmer Alexander Falk muss wegen Betrugsverdacht in Untersuchungshaft bleiben. Bei einem Haftprüfungstermin am Freitag lehnte der zuständige Haftrichter es wegen Verdunkelungsgefahr ab, Falk freizulassen.

Wie die Gerichtspressestelle mitteilte, weitete der Haftrichter den Haftbefehl beim Prüfungstermin sogar noch aus, weil Falk nach einer Durchsuchung seines Hauses versucht habe, Vermögen zu verschieben. Nach Recherchen des "Hamburger Abendblattes" soll er versucht haben, ein Bankkonto seiner Frau zu überschreiben, kurz bevor er sich stellte.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 34-Jährigen und sechs weitere Beschuldigte wegen des Verdachts auf Kursmanipulationen und Betrug; sie geht von einem Schadensbetrag von 250 bis 500 Millionen Euro aus.

Schweizer Jurist brachte den Stein ins Rollen

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch eine Anzeige bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Diese war Mitte März 2003 vom Verwaltungsrat der Schweizer Distefora Holding AG  auf Unregelmäßigkeiten in den Akten des Unternehmens hingewiesen worden.

Der Millionenerbe des Stadtplanverlags Falk hatte sich in der ersten Juni-Woche den Behörden in Hamburg gestellt. Den letzten bislang flüchtigen Beschuldigten nahmen die Behörden vor einigen Tagen in Untersuchungshaft. Es handelt sich dabei um den ehemaligen Finanzvorstand Maarten Reidel.

Falk ist der Erbe des gleichnamigen Stadtplanverlages, den er aber in den 90er Jahren an Bertelsmann verkaufte, um bei Internetfirmen zu investieren. Bertelsmann wiederum veräußerte den Verlag im November 1998 an Mairs Geographischen Verlag in Ostfildern. Seitdem, so Verlagsinhaber Volkmar Mair gegenüber manager-magazin.de, "wurde Falk mit hohem Einsatz restrukturiert und zur Blüte gebracht".

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