Personalberater Notstandsprogramm

Die Personalberater hat die Wirtschaftsflaute kalt erwischt. Um den annähernd 20-prozentigen Umsatzrückgang im Kerngeschäft zu stoppen, setzt die Branche auf Eignungsdiagnostik, Outplacementberatung, Nachfolgeplanung oder Interim-Management.

Bonn - Bedingt durch den Rückgang im Stammgeschäft, der Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften, erweitern die deutschen Personalberater ihre Geschäftsfelder durch die Bereiche Eignungsdiagnostik, Outplacementberatung, Nachfolgeplanung oder Interim-Management.

Notwendig wird diese veränderte Unternehmensstrategie wegen eines Umsatzrückgangs im Kerngeschäft Personalsuche von 18,5 Prozent. Der Gesamtumsatz der Branche lag im Jahr 2002 bei 840 Millionen Euro und somit unter dem Umsatzniveau des Jahres 1999. Dies sind Ergebnisse der BDU-Studie "Personalberatung in Deutschland 2002", die der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) vorstellte.

Während der Umsatzanteil "Suche und Auswahl" von 82,8 Prozent im Jahr 2001 auf 79,3 Prozent im Jahr 2002 zurückging, stieg gleichzeitig der Umsatzanteil für "Sonstige Dienstleistungen" (z.B. Eignungsdiagnostik, Karriereberatung, Outplacementberatung, Nachfolgeplanung) im Jahr 2002 auf 20,7 Prozent. Die Aufträge für Personalberater im Stammgeschäft beschränkten sich überwiegend auf Personalersatzmaßnahmen.

Wachstumsfelder

Die schwache Nachfragesituation hat laut der Studie im vergangenen Jahr dazu geführt, dass die Zahl der Personalberatungsfirmen auf von knapp 2000 in 2001 auf 1800 im vergangenen Jahr zurückging.

Die Zahl der Berater in den Personalberatungsgesellschaften nahm im gleichen Zeitraum von rund 6000 auf rund 5000 ab. "Die Marktschwäche hat sich als hartnäckig herausgestellt, so dass ein Arbeitsplatzabbau in der Branche nicht mehr zu umgehen war", sagte Dr. Wolfgang Lichius, Vorsitzender des BDU-Fachverbandes Personalberatung.

Von Klienten gesuchte Kandidaten seien gegenwärtig vor allem Elektronik/Elektro-Ingenieure, besonders in der Automobil- und Automobilzuliefererindustrie sowie Konstrukteure und Entwickler für den Maschinenbau, so Lichius. "Aber auch der Mittelstand hat mittlerweile seine Probleme bei der Unternehmensnachfolge erkannt und greift verstärkt auf die Unterstützung durch Personalberater zurück. Hier werden vor allem passgenaue Lösungen für Geschäftsführer-Positionen gewünscht."

Auch in den Krankenhäusern sieht Lichius einen gestiegenen Bedarf an unternehmerisch denkenden und kostenorientierten Ärzten. Dieser Trend werde sich aufgrund der notwendigen Sparanstrengungen im Gesundheitswesen weiter fortsetzen.

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