Münchener Rück Vorstandswechsel

Nicht nur die Namen Schinzler und von Bomhard eregten auf der heutigen Hauptversammlung die Gemüter der Aktionäre. Überraschend wurden auch zwei neue Vorstandsmitglieder präsentiert, die im Herbst ihre Posten antreten sollen.

München - Die Münchener Rück  bekommt im Herbst zwei neue Vorstandsmitglieder. Georg Daschner werde zum 1. Oktober die Nachfolge Nikolaus von Bomhards antreten, der neuer Konzernchef wird, teilte die Münchener Rück zur Hauptversammlung mit. Daschner wird wie von Bomhard für einen Teil des internationalen Geschäfts verantwortlich sein.

Den Vorstand auf eigenen Wunsch verlassen wird Clement Booth, der unter anderem für spezielle finanzielle Risiken zuständig ist. Der 48-Jährige habe darum gebeten, ihn vorzeitig zum 30. September von seinen Aufgaben zu entbinden, teilte die Münchener Rück auf ihrer Hauptversammlung in München mit.

In Branchenkreisen hieß es, der Südafrikaner Booth gehe nicht etwa auf Grund von Differenzen mit dem neuen Vorstandschef. Er verlasse München mit Rücksicht auf seine in London lebende Familie. Booth ist seit 1999 Vorstandsmitglied.

"Das ist die falsche Botschaft"

Sein Nachfolger in dieser Funktion wird als neues Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek, der dann auch die Informationstechnologie verantwortet. Die Unternehmensplanung, die bisher in Booths Ressort fiel, will Bomhard als Vorstandschef selbst übernehmen.

Vorstandschef Hans-Jürgen Schinzler gibt sein Amt zum Jahreswechsel an von Bomhard ab und wechselt in den Aufsichtsrat. Der neue Vorstandschef werde dann auch für die Unternehmensplanung zuständig sein.

Unterdessen haben Aktionärsschützer den geplanten Wechsel von Hans-Jürgen Schinzler auf den Chefsessel im Aufsichtsrat kritisiert. "Das ist die falsche Botschaft", sagte Klaus Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) auf der Hauptversammlung.

Es sei in Ordnung, dass Schinzler mit seiner Erfahrung in das Kontrollgremium wechsle. Es müsse aber bei einem Rücktritt vom Vorstandsvorsitz ein klarer Schnitt gemacht werden. Daher solle Schinzler nicht den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen. Auch Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz kritisierte: "Einen Automatismus dieser Art darf es nicht geben."