Bertelsmann Der Vorstand schrumpft

Die letzten Recken der Ära Middelhoff verlassen den Medienkonzern. Auf ihren Chief Information Officer (CIO) wollen die Gütersloher ab sofort ganz verzichten, und auch der Vorsitzende der veräußerten Fachverlagsgruppe BertelsmannSpringer ist überflüssig geworden.

Berlin/Gütersloh - Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Fachverlagsgruppe BertelsmannSpringer, Arnold Bahlmann (50), wird das Unternehmen zum 30. Juni verlassen und gleichzeitig aus dem Vorstand der Bertelsmann AG ausscheiden.

Wie der Medienkonzern mitteilte, sollen Entscheidungen zur Führung der größten deutschen Fachverlagsgruppe von den neuen Eigentümern getroffen werden. Die Gruppe mit Sitz in Berlin soll vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes von der Investorengruppe Cinven und Candover übernommen werden. Nach Unternehmenskreisen gab es zwischen Bahlmann und den künftigen Eigentümern keine Übereinkunft über dessen weitere Rolle bei BertelsmannSpringer.

21 Jahre Manager bei Bertelsmann

Die britischen Investoren hatten BertelsmannSpringer mit rund 70 Fachverlagen aus Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft und Technik für die Rekordsumme von 1,05 Milliarden Euro gekauft. Die Gruppe soll mit der Fachverlagsgruppe Kluwer Academic Publishing, die ebenfalls Cinven und Candover gehört, fusioniert werden.

Bahlmann war im Januar 2001 in den Vorstand des Medienriesen berufen worden. Nach Auflösung seines Unternehmensbereichs Bertelsmann Capital hatte Bahlmann die Führung bei BertelsmannSpringer übernommen. Der Medienmanager war seit 1982 in verschiedenen Positionen bei Bertelsmann tätig und unter anderem für das Europa-Geschäft der Plattenfirma BMG sowie die Pläne für das Digitalfernsehen von Bertelsmann und Kirch-Gruppe zuständig.

Neben Bahlmann wird auch der erste und gleichzeitig letzte Bertelsmann-CIO das Unternehmen verlassen. Der 53-jährige wird bereits Ende des Monats seinen Hut nehmen. "Da die IT-Organisation umgebaut wird, ist die Position überflüssig geworden", sagte eine Bertelsmann-Sprecherin dem "Handelsblatt". Bahlmanns Abgang ist Folge einer geänderten IT-Strategie bei Bertelsmann. Der Konzern will die hohen IT-Kosten eindämmen und die Dezentralität der einzelnen Bereiche stärken.

BertelsmannSpringer: Ungewisse Zukunft Thomas Middelhoff: Unter der Haube Bertelsmann: Die Mohns wollen mehr Macht

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