ThyssenKrupp Die Reihen lichten sich

Der Holding-Vorstand von ThyssenKrupp wird verschlankt. Statt sieben wird Vorstandschef Ekkehard Schulz demnächst nur noch sechs Kollegen an seiner Seite haben.

Hamburg - Wie erwartet hat der ThyssenKrupp Aufsichtsrat auf seiner gestrigen Sitzung die schon im April vorgeschlagenen Personalveränderungen im Holding-Vorstand beschlossen. Vorstandschef Ekkehard Schulz wird demnach künftig nur noch sechs statt bisher sieben Vorstandskollegen haben.

Im April 2004 soll der Vorstandschef der Automotive-Sparte, Jürgen Harnisch (60), ausscheiden. Sein Nachfolger wird Wolfram Mörsdorf (53), derzeit Chef der kriselnden US-Tochter Budd.

Auch der Chef der ThyssenKrupp-Technologie-Sparte (TKT), Eckhard Rohkamm (60), nimmt 2004 seinen Hut. Rohkamms Aufgaben hat schon im Mai Olaf Berlien (40) übernommen, der aber nicht in den Holding-Vorstand aufrückt. Berlien war bisher für Fusionen und Übernahmen, Controlling und Materialwirtschaft zuständig.

Auf Olaf Berlien wartet - auch ohne Vorstandsaufgaben - viel Arbeit. Unter dem Dach der TKT sind mit den Sparten Anlagenbau, Werften und Werkzeugmaschinen drei kriselnde Abteilungen gebündelt, von denen sich der Konzern langfristig trennen will.

Wird Middelmann Nachfolger von Schulz?

Der Vertrag von Ulrich Middelmann (56) stellvertretender Vorstandschef und verantwortlich für Stahl, wird bis Ende 2008 verlängert.

Middelmann hat bei ThyssenKrupp  eine Schlüsselposition inne. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Holding und Chef der Stahlsparte, die ein Drittel des gesamten Umsatzes erwirtschaftet. Middelmann gilt auch als Nachfolger von Schulz.

Trotzdem geht den Analysten die Umgestaltung des Vorstandes nicht weit genug. Der Vorstand sei mit Juristen und Finanzleuten überbesetzt, so die Spezialisten. Es fehle das technische Wissen.

Vor knapp zwei Jahren, mit dem Abschaffen der Doppelspitze und dem damit einhergehenden Wechsel von Gerhard Cromme in den Aufsichtsrat, hatte ThyssenKrupp die Verschlankung des Vorstandes eingeleitet. Vorausgegangen war die Kritik von Analysten und Finanzinvestoren, die bemängelt hatten, dass Positionen im Vorstand teilweise zwei- und dreifach besetzt waren - ein Folge der vorangegangenen Fusion von Thyssen und Krupp.

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