Korruption Berlusconis Klüngelbruder im Knast

Zunächst war Italiens Premierminister selbst mitangeklagt. Nun muss sein Vertrauter und Anwalt, der Ex-Verteidigungsminister Cesare Previti für elf Jahre ins Gefängnis. Er wurde für schuldig befunden, einen Richter bestochen zu haben.

Mailand - Er war Verteidigungsminister, Abgeordneter, Anwalt von Silvio Berlusconi und bis zuletzt einer seiner engsten Berater: Cesare Previti ist zu einer Haftstrafe von elf Jahren verurteilt worden. Er soll Richter bestochen haben - im Auftrag Berlusconis.

Ein Mailänder Gericht verhängte die Strafe. Dem Anwalt wird vorgehalten, Anfang der neunziger Jahre über den Verkauf des Verlagshauses Mondadori geschmiert zu haben. Berlusconis Fininvest-Konzern erhielt damals den Zuschlag.

Berlusconi meinte in einer ersten Stellungnahme, das Urteil "bestätigt die Verfolgung von Previti". Er rief zur "Solidarität mit Previti" auf, berichtete das staatliche italienische Fernsehen. "Die Politisierung gewisser Richter muss im Interesse des Landes und seiner Bürger beendet werden."

Berlusconi war zunächst ebenfalls in dem Prozess angeklagt. Sein Verfahren wurde jedoch wegen Verjährung eingestellt. Allerdings steht der Medienunternehmer in einem anderen Verfahren in Mailand ebenfalls wegen Richterbestechung vor Gericht, bei dem es demnächst ebenfalls ein Urteil geben dürfte.

Auch Berlusconis Position steht auf dem Spiel

Der 68-jährige Previti ist Abgeordneter der Berlusconi-Partei Forza Italia. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft gefordert. Seine Verteidiger versuchten mehrmals, den Prozess zu verzögern und in eine andere Stadt verlegen zu lassen.

Previti bezeichnet sich wie Berlusconi als Opfer einer Verschwörung linksgerichteter Richter und Staatsanwälte. Allerdings muss Previti zunächst nicht ins Gefängnis. In Italien gibt es zwei Berufungsinstanzen, so dass Urteile häufig erst nach mehreren Jahren rechtskräftig werden.

Berlusconi hatte mehrfach erklärt, selbst wenn er in dem laufenden Verfahren wegen Richterbestechung verurteilt werden sollte, wolle er nicht zurücktreten. Stattdessen würde er in solch einem Fall an Neuwahlen denken.

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