Kurzporträt Gefragte Neutralität

Der neue Allianz-Chef Michael Diekmann gilt als sachlich und diszipliniert. Entscheidend für seine Wahl war aber wohl eher die zurückhaltende Rolle bei der umstrittenen Dresdner-Bank-Übernahme.

München - Diekmann hat sich vor allem durch den Aufbau des Asien-Geschäfts und mit Restrukturierungsarbeiten in den USA einen Namen gemacht. Wie sein Vorgänger Henning-Schulte Noelle gilt der 48-Jährige Familienvater als sachlich und diszipliniert.

Die Wahl ist nach Einschätzung von Branchenkennern auch wegen seiner weitgehend neutralen Rolle im Übernahmeprozess der Dresdner Bank auf ihn gefallen. Er war nicht direkt in den umstrittenen Kauf involviert und gilt daher als neutral und unvoreingenommen. Die Restrukturierung bei der verlustreichen Dresdner Bank dürfte auf der Prioritätenliste in seinem neuen Amt ganz oben stehen.

Nach einem Jura- und Philosophiestudium in Göttingen hatte Diekmann seine Laufbahn bei der Allianz 1988 als Assistent des Leiters der Hamburger Allianz-Niederlassung begonnen und war zwei Jahre später zum Leiter der Hannoveraner Niederlassung aufgestiegen.

Nach weiteren Stationen in Nordrhein-Westfalen und München wechselte der gebürtige Bielefelder 1996 ins internationale Geschäft. Von Singapur aus trieb er die Expansion des Versicherungskonzerns in Asien voran und verbuchte dort zahlreiche Erfolge. Zuletzt kümmerte er sich um die Restrukturierung der Tochter Fireman's Fund in den USA.

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.