Mummert Consulting Schrumpfkur

Sinkende Nachfrage, schleppendes Neugeschäft - die Wirtschaftflaute plagt die Hamburger Berater. Jetzt hat Vorstandschef Wilhelm Alms seinen Rücktritt angekündigt. Sein Nachfolger ist ein Hausgewächs.

Hamburg - Jürgen Sponnagel übernimmt zum 1. Juli 2003 den Vorstandsvorsitz von Mummert Consulting. Sein Vorgänger, Wilhelm Alms scheidet Ende des Jahres aus dem Vorstand aus.

Alms, der sich selbst als "liebenswürdig, tolerant, zugänglich, kooperativ und immer ansprechbar" beschreibt, ist seit 1993 Chef der Hamburger Berater. "Auch nach seinem Ausscheiden wird Alms dem Unternehmen verbunden bleiben - in welcher Form auch immer", kommentiert Jörg Forthmann, Pressesprecher bei Mummert, die neue Situation gegenüber mm.de.

"Ich bleibe aber Aktionär", sagte Alms kürzlich dem "Hamburger Abendblatt". Anteilseigner des Unternehmens sind der Gründer Olaf Mummert und seine Familie, Alms und Sponnagel sowie rund 65 Partner. Der Wechsel sei lange vorbereitet gewesen, widerspricht Alms Vermutungen, er könne mit der derzeitigen wirtschaftlichen Situation von Mummert zusammenhängen.

Jürgen Sponnagel verantwortet als Chief Operations Officer (COO) seit September 2001 das operative Geschäft. Sein COO-Posten soll nicht neu besetzt werden.

Enttäuschende Zahlen

Sponnagel wurde 1950 geboren und studierte Volkswirtschaftslehre in Hamburg. 1989 wurde er Geschäftsführer und Partner der Hamburger Berater. 1995 rückte er in den Vorstand auf, seit 1999 ist Sponnagel stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Die Verschlankung des Vorstands ist eine Folge der zuletzt enttäuschenden Zahlen von Mummert. Das Geschäftsjahr 2002 haben die Berater mit einem Verlust in Höhe von 8,8 Millionen Euro abgeschlossen.

"Mit einer wachsenden Nachfrage ist nicht zu rechnen"

Ursache für die enttäuschende Geschäftsentwicklung ist die deutlich zurückgegangene Nachfrage nach Beratungsleistungen, insbesondere bei Kreditinstituten und Versicherungen. Mit Finanzdienstleistern erwirtschaftete Mummert in der Vergangenheit etwa zwei Drittel seines Umsatzes.

Die Gesellschaft hat auf Grund der drastisch gesunkenen Nachfrage Auslandsbüros geschlossen und Kosten gesenkt. Darüber hinaus wurde der Vertrieb ausgebaut.

Trotzdem fällt die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gedämpft aus. "Ohne eine signifikante Verbesserung des Geschäfts unserer Kunden ist mit einer wachsenden Nachfrage nach Beratungsleistungen nicht zu rechnen", so Sponnagel.

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