Elf Aquitaine Schwarze Kassen "im Dienste des Unternehmens"

Geständnis im Leuna-Prozess: Der ehemalige Chef des Ölkonzerns, Loik Le Floch-Prigent, gab zu, dass es eine Schwarze Kasse für Schmiergelder gab. Wer daraus bezahlt wurde, will er aber nicht preisgeben.

Paris - Der ehemalige Chef des französischen Ölkonzerns Elf Aquitaine , Loik Le Floch-Prigent, hat vor Gericht die Existenz einer Schwarzen Kasse gestanden, aus der Geld an Politiker geflossen sei. "Ich habe diese Praxis toleriert, weil sie Elf diente", sagte der Angeklagte vor der 11. Pariser Strafkammer.

Seine Anwälte erklärten nach dem unerwarteten Geständnis, ihr Mandant werde nicht die Namen der begünstigten Parteien oder Politiker nennen. Für den Rest der Woche kann der 59-Jährige aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr vor Gericht erscheinen.

Die Strafkammer beschäftigt sich in dem auf vier Monate angesetzten Mammutprozess gegen 37 Angeklagte auch mit der Leuna-Affäre, bei der der damalige Staatskonzern Elf Aquitaine Anfang der 90er Jahre mehr als 40 Millionen Euro Kommissionen zahlte. Weder in Deutschland noch in Frankreich hat die Justiz bislang Belege dafür gefunden, dass Elf-Gelder an Politiker geflossen sind. Dagegen will die Staatsanwaltschaft beweisen, dass hohe Elf-Manager, darunter Le Floch-Prigent und Alfred Sirven, Millionen in die eigene Tasche abgezweigt haben.

Insgesamt sollen mehr als 150 Millionen Euro zwischen 1989 und 1993 unter Le Floch-Prigent veruntreut worden sein. Der Ölkonzern half nach Überzeugung der Justiz bei den meisten seiner Geschäfte mit Geld aus schwarzen Kassen nach, zum Beispiel bei Engagements in Afrika, Südamerika, Russland und Spanien.

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