IG Metall Folgt Huber auf Zwickel?

In der Metallergewerkschaft werden Allianzen für die Nachfolge Klaus Zwickels geschmiedet. Für den baden-württembergischen Genossen Berthold Huber steht es derzeit 5:2.

Stuttgart - Der baden-württembergische IG-Metall-Chef Berthold Huber hat offenbar gute Chancen, die Nachfolge von Klaus Zwickel an der Spitze der Gewerkschaft anzutreten. Medienberichten zufolge zeichnet sich dafür eine zunehmend stabile Unterstützung in der IG Metall ab.

Hubers Kontrahent Jürgen Peters, bisher Vize-Vorsitzender, habe nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" von den bundesweit sieben Regionalchefs nur zwei hinter sich. Dabei handele es sich mit Niedersachsen und Berlin/Brandenburg um kleinere Bezirke.

Gewerkschaftssprecher in Stuttgart und in der Zentrale in Frankfurt am Main wollten dazu keine Stellungnahme abgeben. Sie verwiesen auf die Vorstandsklausur vom 8. bis 10. April in Dresden. Dort soll eine Empfehlung für die Zwickel-Nachfolge ausgesprochen werden. Die Bezirksleiter haben im Vorstand zwar kein Stimmrecht, beeinflussen aber die Meinungsbildung dort und auch bei den Delegierten des Gewerkschaftstages maßgeblich mit.

Huber gilt als Verfechter einer innovativen Tarifpolitik. Dazu zählt der Qualifizierungsvertrag in Baden-Württemberg ebenso wie bedeutende Flexibilisierungsvereinbarungen bei DaimlerChryler und Bosch, berichtete die Zeitung. Peters könne zwar auf die in seiner niedersächsischen Zeit entwickelte 28-Stunden-Woche bei VW verweisen, die dort Mitte der 90er Jahre 30.000 Stellen sicherte. Doch ist sein Verhältnis zu Zwickel nicht frei von Spannungen.

Die abschließende Entscheidung trifft der Gewerkschaftstag im Oktober in Hannover. Weder Huber noch Peters hatten sich bislang über eine mögliche Kandidatur öffentlich geäußert.

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