Land Brandenburg Eine halbe Million für Frauen

Zuwenig Frauen sitzen in Brandenburger Chefetagen, befand das Potsdamer Arbeitsministerium. Jetzt soll ihnen der Einstieg in den Aufstieg leichter gemacht werden - mit einem 500.000 Euro teuren Programm.

Potsdam - Das Potsdamer Arbeitsministerium will mit einem Förderprogramm mehr Frauen in die Chefetagen der Brandenburger Betriebe bringen. Für das Projekt "Frauen in Führungsverantwortung" stehen 500.000 Euro aus EU- und Landesmitteln zur Verfügung, sagte Staatssekretärin Margret Schlüter am Dienstag in Potsdam.

40 Frauen werden damit ein Jahr lang mit einem Mentoring-Programm unterstützt. "Frauen wollen und sollen mehr Verantwortung in der Wirtschaft übernehmen", sagte Schlüter.

Wettbewerbssieger bei der Projektausschreibung sind die IHK Projektgesellschaft mbH Frankfurt (Oder), die Europanorat Wirtschaftsakademie GmbH Senftenberg und die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin (EAF). Die Träger sollen geeignete Nachwuchskräfte, so genannte Mentees, auswählen und ihnen über interne Schulungen sowie Praktika in Brandenburger Unternehmen den Weg in eine leitende Position ebnen.

Angebote für alle Altergruppen

Kern des Projekts ist das "Lernen am Vorbild": eine einjährige individuelle Betreuung durch Führungskräfte, also Mentoren aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, um von diesen das Know-how zum Führen eines Betriebes zu erlernen.

Die Europanorat GmbH will vor allem ältere Frauen und Mütter fördern, die nach dem Strukturwandel in der Lausitz ihre Stelle verloren haben. Das Angebot der EAF richtet sich an Absolventinnen der drei Brandenburger Universitäten in Potsdam, Cottbus und Frankfurt (Oder). Die IHK Projektgesellschaft will schwerpunktmäßig Existenzgründerinnen betreuen.

Ziel: Sensibilisierung der Betriebe

Das Arbeitsministerium verspricht sich von dem Projekt sowohl eine stärkere Förderung von Frauen wie auch eine Sensibilisierung der Betriebe, Führungspositionen häufiger mit Frauen zu besetzen. Den Angaben zufolge finden sich in Brandenburgs Privatwirtschaft lediglich zehn Prozent Frauen in Chefetagen. Im höheren Landesdienst liege der Anteil allerdings bei etwa 40 Prozent.

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