Henkel Rotationsprinzip

Finanzvorstand für Technikchef, Controller für Finanzvorstand: Der vorzeitige Rückzug Guido De Keersmaeckers aus der Geschäftsführung löst ein Postendomino aus.

Düsseldorf - In der Geschäftsführung von Henkel  dreht sich das Personalkarussell. Der für den Bereich Technologies zuständige Manager Guido De Keersmaecker gibt seinen Posten vorzeitig auf, wie der Konsumgüterkonzern mitteilte. Seinen Platz wird künftig der derzeitige Finanzvorstand Jochen Krautter einnehmen, auf dessen bisherige Position wiederum der Controller Lothar Steinebach nachrückt.

Der 60-Jährige trete auf persönlichen Wunsch zum 30. Juni in den Ruhestand, erklärte ein Sprecher von Henkel. De Keersmaecker war als Technologiemanager vor allem für den Bereich Klebstoffe zuständig, in dem Henkel mit Marken wie Pritt Marktführer ist.

Seit 1993 war der Diplomingenieur De Keersmaecker für diesen Bereich verantwortlich und gehört - wie viele Spitzenmanager bei Henkel - dem Düsseldorfer Familienunternehmen bereits seit 1977 an. Zu seinen Karrierestationen zählen die Leitung der Konzerntöchter in Benelux, Italien und Frankreich.

Henkel hat im vergangenen Jahr einen tief greifenden Konzernumbau eingeleitet. Im September wurde die Spezialchemie-Sparte Cognis an eine Investorengruppe um Schroder Ventures und Goldman Sachs Capital Partners verkauft. Der Deal war von Analysten begrüßt worden, die bereits seit längerem die unübersichtliche Struktur von Henkel kritisierten.

Beim Poker um das Darmstädter Haarkosmetikunternehmen Wella  hat Henkel eine besondere Rolle gespielt. Erst letzte Woche erwarben die Düsseldorfer 6,86 Prozent an Wella. Als Procter & Gamble  die Übernahme zum Abschluss brachte, stiegen die Wella-Aktien in kurzer Zeit im Wert und zogen die Henkel-Aktie mit nach oben. Das Papier stieg kurzfristig um mehr als acht Prozent.

Jochen Krautter, 60, ist seit 1992 Mitglied der Geschäftsführung und seit dem Jahr 2000 Finanzchef. Für den neuen Posten wird sein Vertrag bis Ende 2006 verlängert. Lothar Steinebach, 55, ist 1980 als Rechtsanwalt in die Henkel-Gruppe eingetreten. 1995 wechselte er in den Unternehmensbereich Finanzen und wurde zum Mitglied des Direktoriums ernannt.

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