Justizaffäre Hopp verlässt den MLP-Aufsichtsrat

Gerade noch bürgte Hopp mit Stiftungsgeldern für MLP-Chef Termühlen. Plötzlich klopfte der Staatsanwalt an seine Tür. Nun zieht der vor Ärger schäumende Hopp die Konsequenz und verlässt den Aufsichtsrat von MLP.
Von Ulric Papendick

Hamburg - Dietmar Hopp (62), Mitbegründer des Softwarekonzerns SAP , wird sein Aufsichtsratsmandat beim Heidelberger Finanzdienstleister MLP  am 17. Juni niederlegen. Als Hopps Nachfolger ist der ehemalige Mitinhaber des Bankhauses Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA, Johannes Maret, vorgesehen.

Nach Informationen des manager magazins zieht Hopp mit diesem Schritt die Konsequenz aus den Querelen um eine Bürgschaft, die Hopp dem MLP-Vorstandschef Bernhard Termühlen (47) gewährt hatte.

Termühlen hatte Hopp um die Sicherheitsleistung gebeten, weil der MLP-Chef seinerseits für Mitarbeiter des Finanzkonzerns bürgen wollte. Die MLP-Berater hatten Firmenaktien auf Kredit gekauft und waren nach dem starken Kursverfall der Papiere in Schwierigkeiten geraten. Hopp hatte die Bürgschaft in Millionenhöhe aus Geldern seiner eigenen gemeinnützigen "Dietmar Hopp Stiftung" gewährt.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim durchsuchte daraufhin Ende Februar Hopps Privaträume wegen des Verdachts auf Untreue gegenüber der Stiftung. Die Staatsanwälte ermitteln gegen MLP seit Juli vergangenen Jahres wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung.

Bei SAP will Hopp im Aufsichtsrat bleiben

SAP-Mitgründer Hopp, der bei dem Softwarekonzern im Aufsichtsrat bleiben, den Vorsitz aber abgeben will, hat die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft scharf zurückgewiesen. Durch eine Patronatserklärung habe er auch mit seinem persönlichen Vermögen gehaftet. Hopp verlangte eine Entschuldigung der Mannheimer Staatsanwälte und stellte Überlegungen an, die Ermittler seinerseits zu verklagen.

Ein Sprecher von MLP dementierte gegenüber manager magazin, dass das Ausscheiden von Hopp im Zusammenhang mit der Bürgschaft für MLP-Chef Termühlen stehe. Welche Gründe die Demission Hopps habe, wollte der Sprecher allerdings nicht sagen.

Hopp im mm.de-Interview: "Schildbürgerstreich"

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