SAP / MLP Razzia bei Dietmar Hopp - "20 Leute eingefallen"

Die Mannheimer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den SAP-Aufsichtsratschef Dietmar Hopp. Der Vorwurf: Hopp soll mit Stiftungsgeldern für MLP-Gründer Bernhard Termühlen gebürgt haben. Der SAP-Mitbegründer will jetzt seinerseits die Staatsanwaltschaft verklagen.

Walldorf/Mannheim - Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Mitbegründer des größten deutschen Softwarekonzerns SAP , Dietmar Hopp, eingeleitet.

Bei den Ermittlungen gehe es um Gelder aus der Dietmar-Hopp-Stiftung, sagte Oberstaatsanwalt Hubert Jobski in Mannheim. Die Stiftung hält 15,31 Prozent der Anteile an SAP. Am vergangenen Donnerstag sei die Wohnung von Hopp durchsucht worden. Dabei wurden auch umfangreiche Unterlagen sichergestellt.

Laut SWR 4 Kurpfalz Radio soll der Aufsichtsratsvorsitzende des Walldorfer Konzerns mit Stiftungsgeldern für den Vorstandsvorsitzenden des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP , Bernhard Termühlen, gebürgt haben.

Hopp haftet mit seinem Privatvermögen

Nach Recherchen des Senders soll Hopp, der auch im MLP-Aufsichtsrat sitzt, jedoch schriftlich zugesichert haben, mit seinem Privatvermögen zu haften, falls die Bürgschaft nicht zurückbezahlt werde. "Damit war ausgeschlossen, dass der Stiftung irgendein Schaden zugefügt wird", sagte Hopp dem Sender.

Für Hopp sind die Vorwürfe der Mannheimer Staatsanwaltschaft ärgerlich und unverständlich: "Mit mehr als 20 Leuten ist mein Haus regelrecht überfallen worden," schimpfte Hopp gegenüber einer Lokalzeitung. Er wies die Untreuevorwürfe vehement zurück. "Ich werde die Staatsanwaltschaft Mannheim mit Sicherheit verklagen", sagte Hopp in Walldorf.

Die Aktie des Waldorfer Softwareunternehmens SAP hat die Meldung über die Hausdurchsuchung stark belastet. Das Papier fiel um gut zwei Prozent auf 75 Euro.

"Marktgerüchte, wonach SAP angeblich mit MLP gemeinsame Sache gemacht haben soll, drücken den Aktienkurs", sagte Aktienhändler Frank Albrecht von M.M. Warburg. Vorwürfe der Bilanzmanipulation sowie des Insiderhandels und entsprechende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim hatten in den vergangenen Monaten den Kurs der MLP-Aktie schwer belastet.

Ein MLP-Sprecher sagte gegenüber manager-magazin.de, dass das Volumen der Bürgschaft noch 14 Millionen (von einst 29 Millionen) Euro betrage. Hopp sei Termühlen zur Seite gesprungen, da sich der MLP-Chef gegenüber seinen Mitarbeitern verpflichtet habe, selber als Bürge für notleidende Kredite einzuspringen, mit denen MLP-Aktien gekauft worden waren. Termühlen hält persönlich etwa 15 Millionen MLP-Aktien und damit rund 13,5 Prozent aller Papiere.

Reichste Deutsche: Der bodenständige SAP-Milliardär MLP: Pech - Hopp kaufte für 22 Euro

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