Lufthansa-Tarife Dohnanyi soll schlichten

Fünf Verhandlungsrunden sind gescheitert, jetzt soll's Klaus von Dohnanyi richten. Die Integrationsfigur will Ver.di und Lufthansa zu einem gemeinsamen Tarifabschluss führen.

Frankfurt/Main - Hamburgs früherer Erster Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) soll als Schlichter im festgefahrenen Tarifstreit bei der Lufthansa  vermitteln. Die Gespräche würden nach einer Einarbeitung unverzüglich beginnen, teilten das Unternehmen und die Gewerkschaft Ver.di mit. Ein Termin ist aber noch nicht bestimmt.

Beide Seiten hatten vergangene Woche nach der fünften Verhandlungsrunde die Tarifgespräche für gescheitert erklärt. Dabei geht es um die Bezüge von 52.000 Beschäftigten des Boden- und Kabinenpersonals. Ver.di-Verhandlungsführer Jan Kahmann sagte, die Tarifkommission habe die Nachbesserungen der Lufthansa als "deutlich nicht ausreichend" abgelehnt. Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer befand hingegen, es sei "ein sehr gutes Angebot" gemacht worden.

Die Offerte sah Entgelterhöhungen von 2,9 Prozent rückwirkend zum 1. Januar und von weiteren 1,8 Prozent ab 1. Dezember 2003 vor, außerdem eine Ergebnisbeteiligung in Höhe von 1,6 Prozent der Jahresvergütung und eine Einmalzahlung von 230 Euro.

Zwei Tage Streik auf acht Flughäfen

Ver.di jedoch hatte neun Prozent höhere Bezüge gefordert und dies unter anderem mit den zweistelligen Gehaltssteigerungen bei den Lufthansa-Piloten begründet. Die vierte Verhandlungsrunde war am 14. Januar ergebnislos abgebrochen worden. Zwei Tage später hatten Warnstreiks auf acht deutschen Flughäfen den Flugverkehr erheblich gestört.

Während der Schlichtung soll es keine Warnstreiks geben. Bereits der Tarifstreit mit den Lufthansa-Piloten 2001 war erst in der Schlichtung unter Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) beigelegt worden.

Klaus von Dohnanyi war unter anderem Bundesminister und Erster Bürgermeister von Hamburg. Der SPD-Politiker arbeitete in den neunziger Jahren als Wirtschaftsmanager in Leipzig. Er bemüht sich in seiner publizistischen Tätigkeit um das Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland. Lauer lobte ihn gegenüber der "Frankfurter Rundschau" als "politisch erfahrene Persönlichkeit mit ausgeprägtem wirtschaftlichem Sachverstand" und "Mann des Ausgleichs".

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