Charles Schwab Lose Verbindung

Corporate Governance ist in aller Munde, und Charles Schwab will mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn er jetzt als CEO ausscheidet, heißt das aber nicht, dass sein Einfluss beschnitten würde.

San Francisco - Charles Schwab zieht sich aus seinem Unternehmen zurück. Der 65-Jährige gab bekannt, seinen Titel als CEO des Internetbrokers abzugeben. Sein Partner David Pottruck soll künftig die alleinige Verantwortung übernehmen.

Schwab will aber weiterhin dem Verwaltungsrat vorstehen und die strategische Richtung des Unternehmens prägen. Seine Entscheidung begründete er mit den Vorgaben der Wall Street, stärker zwischen Management und Verwaltungsrat zu trennen. "In der gegenwärtigen Situation ist es wichtig, dass CEO und Chairman unabhängig von einander sind", erklärte er. "Ich will vorbildlich als aktiver Chairman sein."

Schwab hatte das Unternehmen seit 1998 zusammen mit Pottruck geleitet. Die neue Aufgabenteilung soll mit der Jahreshauptversammlung im Mai umgesetzt werden. Der 54-jährige Pottruck kündigte bereits an, weiter eng mit Charles Schwab zusammen zu arbeiten, der nach wie vor größter Anteilseigner des Unternehmens ist.

Die Turbulenzen der Finanzmärkte sind nicht spurlos an Schwab vorüber gegangen. In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der betreuten Kunden um rund 10.000 gesunken und das Unternehmen hat rund 1800 Stellen, zehn Prozent der Gesamtbelegschaft, abgebaut.

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