Berlusconi Ciao, Bello!

Der Prozess gegen Italiens Ministerpräsidenten wird nicht verlegt. Als Geschäftsmann soll er Richter bestochen haben. Jetzt fürchtet Silvio Berlusconi die Rache der Mailänder Richter - und um sein politisches Überleben.

Rom - Der Oberste Gerichtshof Italiens hat es am Dienstag abgelehnt, ein Korruptionsverfahren gegen Ministerpräsident Silvio Berlusconi von einem Gericht in Mailand in eine andere Stadt zu verlegen.

Die Entscheidung stellt eine schwere Niederlage für Berlusconi dar, der den Mailänder Richtern politische Befangenheit vorgeworfen hatte. Der Oberste Gerichtshof wies dies zurück und erklärte, der Prozess solle an Ort und Stelle fortgesetzt werden. Hätte der Gerichtshof dem Antrag der Anwälte Berlusconis stattgegeben, wären die Vorwürfe bis zu einem Urteil möglicherweise verjährt.

Aus Justizkreisen verlautete, nun könne es bereits im Sommer zu einem Urteil kommen. Berlusconis Regierung hatte im vergangenen Jahr ein umstrittenes Gesetz durch das Parlament gebracht, das es Angeklagten ermöglichen soll, ein Verfahren an einen anderen Ort verlegen zu lassen.

Pflichterfüllung bis zum Äußersten

"Die Prinzipien der Verfassung stehen auf dem Spiel", ereiferte sich Berlusconi in einer Rede am Mittwoch über das Urteil. Der 66-Jährige schloss einen Rücktritt kategorisch aus. "Ich werde meine Pflicht als Ministerpräsident bis zum Äußersten erfüllen", betonte er.

Berlusconi war 2001 als Regierungschef gewählt worden. Der Geschäftsmann soll Mitte der 80er Jahre Richter bestochen haben, um sich die Kontrolle über die Lebensmittelfirma SME zu sichern. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen und argumentiert, die Richter in Mailand wollten sich aus politischen Gründen an ihm rächen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.