AOL Time Warner Ratlos an der Spitze

Steve Case fühlte sich als AOL-Watschenmann und ging. Seither schießen die Nachfolgegerüchte ins Kraut. Richard Parsons aber hat reelle Chancen auf den Chefposten bei dem Mediengiganten.

New York - Der Konzernchef von AOL Time Warner , Richard Parsons, wird Presseberichten zufolge voraussichtlich das Amt des Verwaltungsratsvorsitzenden von Steve Case übernehmen. Beim Kandidatenrennen behaupte Parsons derzeit die Spitzenposition, berichtete die "Washington Post" am Mittwoch in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf informierte Kreise.

Parsons habe in letzter Zeit schon Aufgaben des Verwaltungsratsvorsitzenden ausgeübt. Er habe unter anderem Sitzungen dieses Gremiums und des Strategie-Ausschusses geleitet. Mit der Nachfolge-Frage werde sich voraussichtlich auch der Verwaltungsrat auf seiner Sitzung an diesem Donnerstag befassen, ohne dass jedoch eine Entscheidung fallen müsse, meldete der Online-Dienst. Case hatte seinen Rücktritt von dem Amt für den kommenden Mai angekündigt.

Experten spekulieren darüber, wie sich der Führungswechsel auf die grundsätzliche Ausrichtung des Konzerns auswirken wird. Nachdem vor allem das Internetgeschäft die Ergebnisse belastet, wird mit einer Neuausrichtung auf die alten Medien gerechnet.

Steve Case ist einer der Gründer des Internet-Dienstes America Online, der Anfang 2001 mit Time Warner fusionierte - eine der unglückseligsten Fusionen der Wirtschaftsgeschichte, wie sich Beoabchter heute einig sind. Case hatte nach anhaltender Kritik an seiner Person am Montag dieser Woche seinen Rücktritt vom Posten als angekündigt. Er will jedoch einfaches Mitglied im Verwaltungsrat bleiben.

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