BDI Der Präsident bleibt

So schillernd wie sein Vorgänger ist Michael Rogowski nicht. Trotzdem wurde er wiedergewählt.

Berlin - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) wird auch in den kommenden zwei Jahren von Michael Rogowski geführt. Auf der BDI-Mitgliederversammlung in Berlin wurde der 63-jährige Unternehmer am Montag einstimmig wieder gewählt.

Rogowski steht seit Januar 2001 an der Spitze des BDI. In den vergangenen Monaten war er als harter Kritiker der rot-grünen Bundesregierung in Erscheinung getreten. Das Verhältnis zu Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gilt deshalb als sehr gespannt.

In jüngster Zeit hatte es Zweifel an einer Bestätigung des BDI-Präsidenten gegeben, nachdem wegen seiner Kritik an Rot-Grün auch in den eigenen Reihen Unmut laut geworden war. Auf der Mitgliederversammlung bekam der Aufsichtsratschef des schwäbischen Maschinenbauers Voith jedoch alle 157 Stimmen der Vertreter der Mitgliedsverbände, wie eine Verbandssprecherin mitteilte. Einen Gegenkandidaten hatte Rogowski nicht.

Ist die Industrie mit Rogowski unzufrieden?

Die Zweifel an der Wiederwahl des BDI-Chefs waren entstanden, nachdem sich einige Spitzenmanager wegen der in ihren Augen verfehlten Wirtschafts- und Finanzpolitik in persönlichen Briefen an den Bundeskanzler gewandt hatten. Dies wurde als Beleg dafür gewertet, dass die Industrie mit Rogowski unzufrieden sei und lieber direkt den Kontakt zum Kanzleramt suche. Der BDI-Chef wies jedoch schon vor der Wahl alle Spekulationen über ein Zerwürfnis im Dachverband der deutschen Industrie zurück.

Der BDI-Präsident wird für die Dauer von zwei Geschäftsjahren gewählt. Eigentlich ist nur eine einzige Wiederwahl möglich. Mit Zwei-Drittel-Mehrheit kann die Mitgliederversammlung jedoch auch eine dritte Amtszeit ermöglichen.