Comic-Streit Wirbel um "Spider-Man"

Stan Lee, Erfinder der Superhelden "Daredevil", "Hulk" oder "Silver Surfer", hat den Comic-Verlag Marvel auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt. Das Haus, bei dem er jahrzehntelang als Herausgeber beschäftigt war, schulde ihm Tantiemen aus den Erlösen der erfolgreichen "Spider-Man"-Verfilmung.

New York - Der 79-jährige Autor reichte die Klage bei einem Bundesgericht in Manhattan ein. Nach Medienberichten verlangt Lee zehn Prozent des Profits von Hollywoodfilmen, die auf seinen Comicfiguren basieren.

"Spider-Man", mit Toby Maguire und Kirsten Dunst in den Hauptrollen, hat seit dem vergangenen Frühjahr weltweit fast 800 Millionen Dollar eingespielt. Der Autor machte auch Ansprüche geltend für künftige Filme, darunter den auf seiner Comic-Figur basierenden Actionstreifen "Daredevil" mit Ben Affleck in der Hauptrolle, der im Februar in den USA anlaufen soll. Die Fortsetzung zu "Spider-Man" soll im Jahr 2004 in die Kinos kommen.

Vom Laufburschen zum Herausgeber hochgearbeitet

Der seit über 60 Jahren für den Verlag tätige Autor verweist auf einen Vertrag, wonach ihm Gewinnanteile aus der Film- und Fernsehvermarktung seiner Figuren zustehen sollen. Marvel entgegnete in einer Stellungnahme, dass Lee für seine Leistungen "gut kompensiert" worden sei. Angeblich soll der Autor ein Jahresgehalt in Höhe von einer Million Dollar beziehen.

Im Alter von 17 Jahren hatte Lee als Laufbursche bei dem Comic-Verlag angefangen und sich zum Herausgeber hochgearbeitet. Mit dem Zeichner Steve Ditko kreierte er Anfang der sechziger Jahre den jugendlichen Superhelden Spider-Man, bis heute eine der populärsten Figuren des Unternehmens.

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