Ludwig-Erhard-Preis "Kassandra wurde noch nie geliebt"

Die Laudatio der Journalistin Isabel Mühlfenzl, Mitglied der Ludwig- Erhard-Stiftung, auf die Träger der Haupt-und Förderpreise.
Von Isabel Mühlfenzl

Meine Damen und Herren, wenn man – wie ich – gerade von einem Besuch in den USA bei Milton Friedman, einer Ikone der Marktwirtschaft, zurückkommt, ist man besonders emotional aufgeladen, wenn man den Dilettantismus betrachtet, mit dem derzeit bei uns an unserer sozialen Marktwirtschaft herumgebastelt wird.

Während die ganze Welt im Zuge des internationalen Wettbewerbs die wirtschaftlichen und bürokratischen Fesseln lockert, die Steuern senkt, wird bei uns das Modell eines Wohlfahrtsstaates weiter entwickelt, das mit Marktwirtschaft nichts mehr gemein hat. Man tut so, als gäbe es nur uns allein auf der Welt und baut eine imaginäre Mauer um das einstige Wirtschaftswunderland Ludwig Erhards, dessen Erbe wir nun verschleudern.

Analysen gibt es viele, Analysten noch mehr, aber Patent – Lösungen kaum; ein Alexander der Große, der den gordischen Knoten einfach mit dem Schwert trennt, ist in unserer Welt der Friedenstauben nicht denkbar. Und ein Epigone Ludwig Erhards der unbequeme Regeln und Verfügungen einfach abschafft, ist nicht in Sicht.

Darüber hinaus ist es auch zu befürchten, dass der Vater des Wirtschaftswunders heute so seine Probleme mit uns hätte, weil die meisten Deutschen gar nicht bereit sind, etwas zu ändern, weil wir uns zwar beschweren, aber nichts riskieren wollen.

Meine Damen und Herren, alle reden von der Freiheit der Demokratie. Für viele alte und junge Demokraten ist die Freiheit des Wortes, des Konsums, die Freiheit überall hin zu reisen die selbstverständlichste Sache der Welt.

Doch die Freiheit gibt es nicht umsonst.

Die Freiheit hat ihren Preis. Der Preis der Freiheit ist die Pflicht zur eigenen Verantwortung und das Loslösen von Vater Staat. Es zeigt sich aber - nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Teilen der Welt -, dass Viele diesen Preis nicht bezahlen wollen. Sie nehmen die Freiheit für sich in Anspruch, wollen aber auf die Vorteile der staatlichen Fürsorge nicht verzichten. Die Ideologie des sozialistischen Wohlfahrtsstaates hat zu starke Wurzeln geschlagen.

Viele haben vergessen, dass man sich diese Freiheit immer wieder neu erkämpfen muss. Doch zum Kampf um die Freiheit braucht man Begeisterung und Ideale. Diese Begeisterung ist immer mehr in der Lethargie des Alltags unserer Konsumwelt versickert.

Die Marktwirtschaft braucht offensichtlich mehr als Wirtschaftsdaten und Wachstumszahlen. Der Mensch lebt eben nicht vom Brot allein. Mehr Konsum, mehr Autos und Computer, mehr Kaviar und Champagner sind nicht genug, wenn man die Menschen begeistern will. Wenn man die Ideale von Ludwig Erhard, sein Postulat an die Soziale Marktwirtschaft wieder zu neuem Leben erwecken will, braucht man Visionen und Träume, eine Philosophie von der Moral des Marktes. Die wurde jahrelang über Konsumerfolgen und steigenden Aktienkursen vergessen. Durch die Überbetonung des Konsums haben wir vergessen, dass der Markt auch eine Seele hat.

Die Freiheit des Marktes braucht eine Philosophie, die die Menschen motiviert, auch die Pflichten des marktwirtschaftlichen Systems und persönliche Verantwortung zu übernehmen. Aber dazu brauchen die Bürger Hilfestellung.

In der Mediokratie dieses Jahrhunderts werden die Bürger den Preis der Freiheit nur bezahlen, wenn sie die öffentliche Meinung hinter sich wissen.

In einer Zeit, in der die Diktatur der öffentlichen Meinung die Diktaturen der Vergangenheit ersetzt, wird der Journalismus mehr denn je zur vierten Gewalt. Mit seiner Bedeutung steigt auch seine Verantwortung, sich für die Freiheit der Bürger und für die Redlichkeit der Demokratie einzusetzen.

In einer Phase der Desillusionierung, in einer Phase der sinkenden Moral und des zunehmenden Dilettantismus in der Politik wächst den Medien eine neue Verantwortung zu, der sie sich nicht entziehen dürfen. Es liegt nun in ihrer Hand das sozialste System der Welt, die unsichtbare Hand des Marktes sichtbar zu machen.

Über Margaret Heckel, "FTD"

Ich freue mich sehr, dass ich heute und hier zum ersten Mal in Berlin die Preisträger des Ludwig Erhard Preises für Wirtschaftspublizistik vorstellen darf.

Es sind jene, die neue Wege suchen, um dem Markt in Deutschland wieder mehr Chancen zu geben. Ich fühle mich geehrt, dass ich Ihnen heute zwei Träger des Haupt- und zwei Trägerinnen des Förderpreises vorstellen darf.

Zwei Damen, die noch am Beginn einer viel versprechenden Laufbahn stehen und zwei Herren, deren außergewöhnliche publizistische Leistungen die Jury honoriert hat. Sie arbeiten in verschiedenen Bereichen, haben ganz verschiedene Ansatzpunkte, doch sie sind sich einig in der Verteidigung der marktwirtschaftlichen Freiheit, im Kampf um die Soziale Marktwirtschaft.

Ich beginne mit den Damen, zwei Journalistinnen der Jahrgänge 1966 und 1969, einer neuen Generation, mit der sich zwar die Erhardschen Gesetzmäßigkeiten nicht verändert haben. Aber das Umfeld ist anders geworden. Die Sprache ist anders, die Interessen, die Prioritäten, die Befindlichkeiten.

Es ist deshalb entscheidend, dass auch die Publizistik sich anpasst und die Erhardschen Maxime in einer Ära weiterleben lässt, in der soziale Etiketten mit einer Überdosis strapaziert werden. In einer Welt, die trotz der sozialen Rhetorik immer unsozialer wird, weil man dem Markt immer weniger Chancen gibt, zu funktionieren.

Margaret Heckel, Co-Leiterin des Teams Politik und Wirtschaft bei der "Financial Times Deutschland" folgt dem neuen Trend. Eine junge Journalistin, die sich den Wind der Welt um die Ohren wehen ließ. Sie studierte nicht nur die Situation der Menschen im Osten und im Westen unserer Republik. Wer ein MBA aus Amherst Massachussets mitbringt und dann Korrespondentin in Moskau für Russland und die GUS-Staaten wird, der weiß was Freiheit bedeutet und welchen Preis sie hat; sie weiß auch wie der Markt funktionieren sollte.

Die Jury hat die Preisträgerin vor allem deshalb ausgewählt, weil sie die Sprache der Jungen spricht, sich nicht in Wortgeklingel flüchtet, sondern es versteht, die Marktwirtschaft anhand praktischer Beispiel aus dem Alltag transparent zu machen. Ihr Beitrag "Köpfchen statt Beton" in dem sie zeigt wie sinnlos Förderprogramme zumeist sind, wie verheerend sich die starren Regeln am Arbeitsmarkt auswirken und wie fruchtbar Experimente mit können, hat die Jury beeindruckt.

Mir hat der Beitrag "Job-Wunder Familie" besonders gut gefallen, in dem sie am amerikanischen Beispiel zeigt, dass die Jobs sozusagen auf der Straße liegen, wenn man sie sich suchen will und suchen darf, wenn nicht starre Regeln den Arbeitsmarkt fesseln, einen Markt, der heute dieses Etikett nicht mehr verdient.

Ich zitiere einige besonders treffende Sätze: "Bei der Debatte um die Sozialhilfe wird eines übersehen: Viele Arbeitsplätze würden entstehen, wenn die Deutschen ihre Scheu verlieren, sich helfen zu lassen – und die Regierung solche Dienstleistungen von Abgaben befreit ... hierzulande schwadronieren wir lieber über das 'Dienstmädchen–Privileg' und schüren Sozialneid statt an jeder nur erdenklichen Stelle nach Jobs zu suchen."

Frau Heckel, ich gratuliere Ihnen im Namen der Jury.

Über Silke Wettach, "Wirtschaftswoche"

Auch der nächste Förderpreis-Träger ist - wie schon erwähnt - eine Dame. Silke Wettach, Global Intellectual Player mit Examina Bachelor of Arts vom Trinity College in Dublin und ein Prädikatsexamen von der Université Catholique de Louvain in Belgien, ist Redakteurin bei der "Wirtschaftswoche".

Die Jury hat sie ausgewählt, weil sie sich auch in Bereiche abseits der üblichen Wirtschaftsthemen wagt. Anhand praktischer, gut recherchierter und sehr bürgernaher Beispiele schildert sie, dass die Marktwirtschaft mehr bieten muss als Kaviar und Konsum; in ihrem Beitrag "Super-GAU Trennung" benutzt sie Beispiele aus dem Boulevard-Journalismus, um nach dem Glück in der Marktwirtschaft zu suchen.

Auch im Bereich der Bildungspolitik geht sie neue Wege und beschreibt die spärlichen Versuche, auch in Deutschland das Bildungssystem ein wenig aufzumöbeln und privates Engagement in den Bereich Erziehung und Ausbildung zu bringen. Sie demonstriert, wie man mit Fundraising und mehr Markt, durch Aufweichen der bürokratischen Strukturen im Erziehungswesen mehr Luft in das lange vernachlässigte Bildungswesen bringen könnte, ohne den Steuerzahler noch weiter zu belasten. In diesem Zusammenhang, will sie auch den Deutschen Kultusministern das Stiftungswesen schmackhaft machen.

In einem weiteren gut recherchierten und ausgefeilten Beitrag beschäftigt sie sich mit den Ärmsten der Armen, mit den Analphabeten und Bürgern mit sehr schlechtem Kenntnisstand, die auch in Deutschland 14 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Der Bericht "Prima Ratio" ist ein besonders geglücktes Beispiel, dafür, welche Summen auf Kosten des Steuerzahlers verschleudert werden, wenn der Staat zu stark in den Wirtschaftsmechanismus eingreift.

Silke Wettach schildert die Deutschen als "Prozesshansel" und deren Lust zu klagen. Klagen ist in Deutschland deshalb so beliebt, weist sie in dem fundierten und gut formulierten Bericht nach, weil es billig ist, weil der Staat einen hohen Anteil der Kosten trägt. Frau Wettach, ich gratuliere Ihnen im Namen der Jury.

Über Norbert Berthold, Professor in Würzburg

Nun komme ich zu den beiden Hauptpreisträgern. Um mich um die protokollarischen Probleme herumzumogeln, setze ich auch hier die Rangfolge nach dem Alphabet fest.

Ich habe die Ehre, Herrn Professor Norbert Berthold vorzustellen, Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Universität Würzburg.

Professor Berthold studierte und promovierte an der Universität Freiburg, das allein ist schon ein Ausweis marktwirtschaftlichen und freiheitlichen Denkens. In der akademischen Welt kennt ihn jeder.

Seine Abhandlungen und Gutachten über Ordnungspolitik - der Arbeitsmarkt ist sein Spezialthema - lesen freiheitsliebende Kollegen mit Begeisterung; seine scharfe Kritik schreckt gelegentlich Behörden und Bürokraten auf. Professor Berthold ist ein akribischer, unermüdlicher Kämpfer für die Freiheit des Marktes. Er analysiert perfekt, zeigt die Fehler im System, er bietet aber auch Lösungen.

Die Jury hat sich für Professor Berthold vor allem deshalb entschieden, weil er sich nicht nur in akademischen Höhen bewegt, sondern weil er seine Analysen und Therapien auch glasklar für Jedermann verständlich formuliert. Deshalb bleibt seine Botschaft nicht nur im Elfenbeinturm der Wissenschaft, sondern erreicht die Menschen in diesem Land.

Dank der Klarheit seiner Sprache ist er auch wirtschaftspublizistisch sehr gefragt und aktiv. Er hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Professor Berthold ist kein Schönredner, kein Schmeichler, sondern formuliert schonungslos, was andere kaum zu denken wagen.

Mit großer Freude und Zustimmung habe ich kürzlich seine Thesen über den Arbeitsmarkt gelesen, einen Markt, dessen geschichtsträchtige Reform die Bundesregierung gerade stolz verkündet, eine Reform die bestenfalls Geschichten macht, aber niemals Geschichte.

Ich möchte Ihnen einen Auszug aus einem Interview vom 6. November in der "Welt" nicht vorenthalten, in dem er klar und unmissverständlich sagt, was die alte und neue Regierung auf dem Arbeitsmarkt falsch gemacht hat.

Ich zitiere: "Mehr Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt ist das Gebot der Stunde. Nicht so bei Rot-Grün. Sie haben alle Register gezogen, den Arbeitsmarkt unbeweglicher zu machen. Die Sündenliste ist lang und reicht von einem schärferen Kündigungsschutz, der Abschaffung der 630 Markjobs, dem Gesetz gegen Scheinselbständigkeit ... bis zur Reform des Betriebsverfassungsgesetzes. Anstelle von mehr Wettbewerb trat mehr staatliche Regulierung, mehr gewerkschaftlicher Einfluss und mehr Bürokratie."

Oder: "Die Arbeitsmarktverfassung ist reif für das Museum der Industriegeschichte. Der gegenwärtige Sozialstaat ist ein Bremsklotz für Wachstum und Beschäftigung. Erst wenn diese Hausaufgaben gemacht sind, geht es auch am Arbeitsmarkt wieder bergauf."

Seine treffende Schlussfolgerung: "Die Politik soll sich nicht vor den Karren der Interessen gewerkschaftlicher Funktionäre spannen lassen. Das Problem ist aber: Der Korporatismus in Deutschland ist für viele attraktiv, weil er einen dritten Weg zwischen Markt und Staat verspricht. Allerdings. Dritte Wege führen in die dritte Welt. Zumindest wirtschaftlich."

Aber das ist nur ein Mosaiksteinchen aus Prof. Bertholds publizistischer Arbeit. Seine wissenschaftlichen Meriten kann ich hier gar nicht aufzählen. Allein der Auszug aus seiner Publikationsliste liest sich wie ein Wirtschaftslexikon. Seine Arbeiten umfassen auch den europäischen Markt, die Reform des Wohlfahrtsstaates und viele andere Bereiche. Herr Professor Berthold, ich gratuliere Ihnen im Namen der Jury sehr herzlich.

Über Wolfgang Kaden, manager magazin

Und nun - last aber wirklich nicht least - Dr. Wolfgang Kaden, Chefredakteur des manager magazins. Ich freue mich, dass ich ihn, den man in dieser Runde auch nicht mehr vorstellen muss, präsentieren darf. Die Jury hat ihn ausgewählt, weil er mit seiner objektiven, zurückhaltenden, aber bestimmten und zielstrebigen Art, mit der er den Dingen auf den Grund geht, über Jahrzehnte hinweg eine tragende Figur in der Wirtschaftspublizistik ist.

Seine journalistische Karriere ist wie aus dem Bilderbuch, Examen und Promotion in Köln, sein Denken geprägt von den Professoren Schmölders und Müller-Armack. Ein Ausflug in die Politik als persönlicher Referent des Landtagspräsidenten in Nordrhein-Westfalen konfrontierte ihn mit der Realität des politischen Lebens.

Im Jahr 1968 begann er beim SPIEGEL als Afrikaexperte, dann berichtete er als politischer Korrespondent aus Bonn. In den 80er Jahren wechselte er ins Ressort Wirtschafts- und Unternehmensberichterstattung nach Hamburg. Eine seiner journalistischen Höhepunkte war die legendäre Aufdeckung des Skandals um die Neue Heimat.

Wolfgang Kaden kletterte weiter auf der Karriereleiter und wurde 1991 Chefredakteur des SPIEGEL, den er 1994 verließ, um ebenfalls als Chefredakteur zum manager magazin zu wechseln. Das manager magazin, dem Wolfgang Kaden ein neues Profil gegeben hat, gehört seit Jahren zur Lektüre derer, die in der Wirtschaft das Sagen haben.

Wolfgang Kaden ist - wie gesagt - nicht lautstark, aber er packt überall an, wo er Sand im Getriebe entdeckt. Souverän und sachkundig informiert er ohne zu zerstören; deckt Missstände auf ohne sie hoch zu putschen. Er recherchiert vorbildlich, scheut kein Tabu.

Er ist auch kein Eiferer, sondern trifft kühl und objektiv mit elegant formulierter Kritik den Nagel auf den Kopf - kein Kämpfer mit dem Schwert, sondern er ficht mit dem Florett. Er scheut sich auch nicht, die Mächtigen und Reichen und die Welt der Manager in allen ihren Facetten auszuleuchten – auch wenn es manchmal weh tut.

Kürzlich ging er mit der Raffgesellschaft ins Gericht. Einiges daraus möchte ich zitieren: "Moral, Ethik, Anstand – das sind nicht unbedingt Begriffe, die im Alltag von Geschäftsleuten häufig Verwendung finden ... Das Ego triumphiert in bisher nicht gekanntem Maße. Besinnung tut not. Die Globalisierung hat Wertmaßstäbe, die in nationalen Kulturen gewachsen waren, vergessen lassen. Neue ethische Orientierungen sind nicht an ihre Stelle getreten. Doch ohne eine Mindestausstattung an gemeinsamen sittlichen Normen kann eine freiheitliche Wirtschaftsordnung nicht arbeiten. Moral, Ethik, Anstand – die Begriffe gehören auf die Agenda."

Wolfgang Kadens Kolumnen sind Legion. Was immer er schreibt: Das Ordnungsprinzip und die Freiheit des Marktes ist stets seine Devise. Das Erfreuliche: er bleibt nicht an Zahlen hängen, sondern bricht auch der Moral eine – besser gesagt - viele Lanzen.

Herr Dr. Kaden, ich gratuliere Ihnen im Namen der Jury zum Ludwig-Erhard-Preis und zitiere zum Schluss noch einmal aus einer Ihrer Kolumnen: "Natürlich schafft der Markt Ungleichheit in der Einkommensverteilung doch die Bemühungen, durch staatliche Eingriffe für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, haben in der Regel alle ärmer gemacht. Die Marktwirtschaft ist wahrlich kein vollkommenes System. Sie braucht in Maßen die soziale Korrektur, sie braucht den kartellrechtlichen Rahmen, sie braucht eine Ordnung des globalen Finanzsystems. Aber es kann keine Frage sein, dass dem Markt die Zukunft gehört. Alles andere bedeutet Verzicht auf Wohlstand." Soweit Dr. Kaden.

Aber um dem Markt in unserem Land wieder eine Chance zu geben, müssen wir auf viele staatliche Privilegien, an die wir uns alle gewöhnt haben, verzichten. Es wird nicht einfach sein, die Öffentlichkeit von der Moral des Marktes zu überzeugen. Wir werden nicht Everybodys Darling sein, aber das darf uns nicht davon abhalten.

Kassandra wurde noch nie geliebt. Deshalb wird uns die neue Freiheit des Marktes nicht kampflos in den Schoß fallen. Denn wie gesagt: Die Freiheit gibt es nicht umsonst.

Wolfgang Kaden über Unternehmenskontrolle Norbert Berthold zum Hartz-Konzept


Zurück zur Einleitung: Ludwig-Erhard-Preis 2003

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.