Miss-World-Wahl Prinzessin verzweifelt gesucht

Quo vadis, Miss Germany? Nachdem Simone Wolf-Reinfurt, die Deutschland bei den Miss-World-Wahlen 2002 vertreten sollte, an einer Virus-Infektion erkrankte, suchen die Veranstalter Hände ringend nach Ersatz. Allein - selbst eine Verlegenheitslösung ist zur Zeit nicht in Sicht.
Von David Frogier de Ponlevoy

Oldenburg - Keine "Miss Germany" im Kampf um den Titel der schönsten Frau der Welt?

Simone Wolf-Reinfurt, 20, deutsche Kandidatin für die Miss World Wahlen in Nigeria am 7. Dezember, ist am Montag nicht wie geplant in den Flieger Richtung Abuja gestiegen. Dies bestätigte Ralf Klemmer, Geschäftsführer der "Miss Germany Corporation" gegenüber dem Nachrichtenportal SPIEGEL ONLINE.

Wolf-Reinfurt, im Feburar zur Vize-Miss Germany gekürt, leidet an einem Virus und ist voraussichtlich zwei Wochen krank geschrieben. Zu lang, um noch nachträglich zu den Vorbereitungen in Nigerias Hauptstadt fliegen zu können. Unklar ist jetzt, wer sie vertreten soll.

"Miss Germany" Katrin Wrobel, 24, hatte bereits im Vorfeld die Teilnahme an den Miss World Wahlen abgesagt, die dritte Vertreterin auf dem Podium, Indira Selmic, ist für die Endausscheidung in Nigeria zu alt. Schickt Deutschland jetzt nur die fünft- oder sechstschönste Frau des Landes ins Rennen?

Die deutsche Miss World war eine Verlegenheitslösung

"Petra Schürmann, die einzige deutsche Miss World, war 1956 bei der deutschen Wahl auch nur dritte oder vierte", sagte Klemmer. Das eigentliche Problem sei ein ganz anderes: Die Organisation muss jetzt so schnell wie möglich eine Kandidatin finden, die sich spontan die nächsten vier Wochen frei nehmen kann. Selbst dann sei die Teilnahme noch nicht gesichert: Für den Flug nach Nigeria werden Visa und Impfung benötigt, die erst beschafft werden müssen, erklärte Klemmer. Und eigentlich müsste "Miss Germany" ja schon längst vor Ort sein.

Um die Miss-Wahl in Nigeria gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Diskussionen. Einige Länder wie Dänemark und die Schweiz schicken keine Vertreterinnen, weil sie gegen die geplante Hinrichtung von Amina Lawal protestieren. Die 30-jährige Nigerianerin soll gemäß der Scharia gesteinigt werden, weil sie ein uneheliches Kind zur Welt gebracht hatte.

Miss Germany: Blick zurück im Zorn Miss Germany: Entlassen

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