Kinowelt Kölmel verhaftet

Der Firmengründer des zahlungsunfähigen Filmhändlers Kinowelt, Michael Kölmel, ist verhaftet worden. Ihm werden Insolvenzvergehen zur Last gelegt.

München - Der Firmengründer des zahlungsunfähigen Filmhändlers Kinowelt , Michael Kölmel, ist am Montag in München verhaftet worden. Das bestätigte ein Polizeisprecher am frühen Dienstagmorgen in München.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung sollte mit der Verhaftung einer möglichen Flucht Kölmels vorgebeugt werden. Außerdem werde ihm ein Insolvenzvergehen zur Last gelegt.

Der Münchener Medienrechtekonzern Kinowelt hatte im Jahr 2001 innerhalb von nur neun Monaten mehr als 300 Millionen Euro Verlust gemacht. Nach einem monatelangen Überlebenskampf war im Mai dieses Jahres das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Einen Monat später setzten sich die Firmengründer Michael Kölmel und sein Bruder Rainer Kölmel gegen eine andere Investorengruppe durch und erhielten von den Gläubigerbanken den Zuschlag zur Übernahme des Unternehmens.

Scharfe Kritik der Belegschaft

Die Entscheidung der Banken zugunsten Kömel stieß bei Teilen der Belegschaft auf scharfe Kritik. Denn Kömel wurde vorgeworfen, für den Untergang des Unternehmens verantwortlich zu sein. Zudem will er den Firmensitz von München nach Leipzig verlagern.

Nach der Verhaftung Kölmels ist die weitere Zukunft der Medienfirma ungewiss. Der Kinowelt-Aktienkurs war bereits am Montag um zeitweise mehr als ein Drittel eingebrochen. Am Dienstag gab er noch einmal um zwischenzeitlich 29 Prozent auf 0,17 Euro nach.

Insolvenzverwalter Wolfgang Ott wollte sich am Dienstag zunächst nicht zu der neuen Situation abgeben. Auch bei der zuständigen Staatsanwaltschaft war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Kinowelt: Kann das Kerngeschäft gerettet werden? Neuer Markt: Die Chronik einer Kapitalvernichtung Neuer Markt: Die Liste der Pleiten und Skandale Kinowelt: Insiderverfahren der Wertpapieraufsicht

Verwandte Artikel