MWG Biotech Verdacht der Vetternwirtschaft

Der frühere CSU-Bundestagsabgeordnete Josef Hollerith hat Ärger am Hals. Er hat erheblich höhere Beratungshonorare vom Biotech-Unternehmen angenommen als bisher bekannt.
Von Heide Neukirchen und Ursula Schwarzer

Ebersberg - Der frühere CSU-Bundestagsabgeordnete Josef Hollerith hat von der Ebersberger MWG Biotech AG erheblich höhere Beratungshonorare kassiert als bisher bekannt. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe Defekte Gene .

Hollerith, der dem MWG-Aufsichtsrat angehört, erhielt über seine Beratungsfirma GfUG zwischen Mai 1998 und März 2002 monatlich 10.000 Mark von der MWG. Im Jahr 2001 wurden zusätzlich 280.000 Mark überwiesen. MWG-Finanzvorstand Thomas Becker bestätigte diese Angaben gegenüber manager magazin.

Eine detaillierte Erklärung, welche Leistung Hollerith für das beachtliche Gesamthonorar in Höhe von 750.000 Mark (383.469 Euro) erbrachte, fehlt bisher. Das Magazin zitiert Becker in der November-Ausgabe mit dem Satz: Es habe sich "unter anderem um die Vermittlung staatlicher Fördermittel gehandelt".

MWG-Aufsichtsratschef Otto Sagstetter behauptet, er sei vom Vorstand über die Zahlungen "erst nachträglich informiert worden". Sagstetter ist Vorstand der Ebersberger Kreissparkasse – dort saß Hollerith bis vor kurzem im Verwaltungsrat.

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