Microsoft Der Deutschland-Chef tritt ab

Kurt Sibold beendet seine Tätigkeit beim weltweit größten Softwarekonzern. Künftig will sich der Leiter der Deutschland-Dependance von Microsoft bei mittelständischen Unternehmen engagieren.

München - Kurt Sibold, Chef von Microsoft Deutschland, gibt seinen Posten ab. Der 53-Jährige wolle seine Karriere im Bereich mittelständischer Unternehmen in seiner Heimat im Südwesten Deutschlands fortsetzen, teilte der Softwarekonzern am Donnerstag in München mit. Die Nachfolge wird demnach in den nächsten Wochen geregelt.

Sibold hatte erst im Frühjahr 2001 die Leitung der deutschen Microsoft-Niederlassung übernommen. Er war zudem Vizepräsident für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika.

Unter seiner Leitung habe Microsoft "mit erheblichem Wachstum zum Erfolg der Region beigetragen", hieß es in der Mitteilung. Microsoft  bedauere seinen Entschluss, die Führungsposition abzugeben.

Allerdings waren Sibolds Aktivitäten nicht nur von Schönwetterschlagzeilen begleitet. Die drohende Ausstattung deutscher Amtsstuben mit dem Gratis-Betriebssystem Linux und so genannter Open-Source-Software, für die keine Lizenzgebühren fällig werden, bereitete dem nun scheidenden Deutschland-Chef einige Kopfschmerzen.

Dennoch betont Microsoft auf Nachfrage von manager-magazin.de, dass die Demission Sibolds von seiner Seite ausging. "Es gibt wohl private Gründe", sagte eine Sprecherin. Offenbar zieht es den Schwaben wieder in heimische Gefilde.

In seinem bisherigen Berufsleben hatte sich Kurt Sibold sehr heimatverbunden gezeigt. 20 Jahre arbeitete der Diplom-Informatiker bei Hewlett-Packard in Böblingen. Dort brachte er es schließlich zum Vertriebsdirektor Handel Deutschland.

Erst im Jahr 2000 wechselte Sibold nach Bayern zu Microsoft, zunächst als Leiter des Regionalbüros München, dann als Geschäftsführer der Small Business und Partner Group. Seit Juli vergangenen Jahres war er Vorsitzender der Geschäftsführung.

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