Yahoo Zwei auf einen Streich

Dem Web-Portal gehen die Manager aus. Gleich zwei Führungskräfte haben innerhalb einer Woche Yahoo verlassen. Beide hatten ihre Jobs erst vor einem Jahr angetreten.

Sunnyvale/Hamburg – In der Chefetage des Online-Portals Yahoo  zeichnet sich ein Exodus der Spitzenkräfte ab. Gleich zwei Topmanager verließen Ende der vergangenen Woche das Unternehmen.

So wird John Costello, bisher als Marketing-Chef für das Branding verantwortlich, den Internetdienst verlassen und den Posten des Executive Vice President bei der US-Baumarktkette Home Depot antreten. Nach Medienberichten beauftragte Yahoo bereits die Headhunter von Spencer Stuart mit der Suche nach einem Ersatz. Die Agentur hatte schon Terry Semel als CEO für Yahoo engagiert.

Costellos Vorstellung bei dem US-Portal war nur kurz bemessen. Erst im vergangenen Herbst hatte er die neu geschaffene Position mitten in der tiefsten Werbekrise angenommen. Mit dem aktuellen Wechsel zum Heimhandwerk besinnt sich Costello auf seine Wurzeln in der Old Economy. Bevor er zu Yahoo kam, war er unter anderem im Management des Kaufhauskonzerns Sears Roebuck aktiv.

Abgang des Business-Spezialisten

Nicht viel länger als das Costello-Engagement dauerte der Auftritt von dessen Kollegen Jim Fanella bei Yahoo. Der Chef der Business-Services-Abteilung, der seinerseits erst im August 2001 von Commerce One kam, geht ebenfalls. Mit ihm haben einige Mitarbeiter seiner Abteilung die Kündigung eingereicht. Immerhin: Für Fanella steht ein Nachfolger fest. Steve Boom, der den Bereich Business Services bisher in Europa leitete, übernimmt seinen Job.

Rätselraten herrscht über die Hintergründe der Doppeldemission. Eine Konzernsprecherin wollte sich über den Fanella-Wechsel nicht äußern. In Presseberichten war von "persönlichen Gründen" die Rede.

Tatsache ist, dass in den vergangenen zwei Jahren so gut wie jede einzelne Position im Management neu besetzt wurde - zum Wohle des Unternehmens. Im vergangenen Quartal überraschte Yahoo mit guten Zahlen. Während jedoch bisher hauptsächlich Manager aus der Gründerzeit den Rückzug antraten, gehen mit Costello und Fanella jetzt auch Spitzenkräfte, die erst kürzlich ihre Posten besetzt hatten.

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