Boris Becker Drei Jahre Gefängnis gefordert

Im Strafprozess gegen Boris Becker hat die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren Haft gefordert. Unmittelbar vor dem Prozess hat ein Finanzbeamter ausgesagt, dass der Ex-Wimbledon-Sieger fast 3,1 Millionen Euro an den Fiskus überwiesen hat.

München - Unmittelbar vor Beginn seines Münchner Prozesses hat Boris Becker (34) fast 3,1 Millionen Euro Steuernachzahlung an die Staatskasse überwiesen. Das hat ein Vertreter des Münchner Finanzamtes am Mittwoch in dem Prozess erklärt.

Den Angaben zufolge beträgt Beckers Steuerschuld für die Jahre 1991 bis 1993 nach neuen Berechnungen nur noch umgerechnet knapp 256.000 Euro. Dies hänge mit jetzt anerkannten Verlustverrechnungen zusammen. Die Anklage dagegen war noch von einer fälligen, aber hinterzogenen Steuer von knapp 1,74 Millionen Euro ausgegangen.

Den Dachboden seiner Schwester genutzt

Nach Angaben des Finanzamtes hat Becker die 3,1 Millionen Euro in zwei Tranchen überwiesen. Davon seien knapp 256 000 Euro für die Jahre 1991 bis 1993 gedacht, für die es ganz aktuell auch neue, jedoch noch nicht rechtskräftige Steuerbescheide gebe. Die übrige Summe sei hinterlegt für die Jahre 1994 und 1995, für die es noch keine Bescheide gebe.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den früheren Tennisstar Boris Becker eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung gefordert. Zuvor war die Beweisaufnahme in dem Münchner Prozess überraschend schnell abgeschlossen worden.

Hintergrund: Die Steuerfahndung fand heraus, dass Becker von 1991 bis 1993 seinen Wohnsitz zwar in dem Steuerparadies Monaco gehabt, aber überwiegend im Münchener Nobelstadtteil Bogenhausen gelebt habe. Dabei soll er auch den Dachboden seiner Schwester genutzt haben. Jahrelang sammelten die Ermittler bei Hausdurchsuchungen bei Beckers Familie kistenweise Material, das sie mühsam zu einem Puzzle zusammenfügten.