Karriere Gute Quoten

Trotz stotternder Konjunktur und schwächelndem Arbeitsmarkt bleiben die Berufsperspektiven für Hochschulabsolventen weiterhin gut. Zwischen den einzelnen Fachrichtungen gab es jedoch deutliche Unterschiede.

Köln - Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln mitteilte, ist die Zahl der arbeitslosen Akademiker im vergangenen Jahr leicht auf 180.000 gestiegen.

Die Arbeitslosenquote der Studierten lag jedoch deutlich unter dem Bevölkerungsdurchschnitt von 9,4 Prozent.

Obwohl die Zahl der offenen Stellen laut IW um knapp elf Prozent auf 163.000 zurückgegangen ist, haben sich zum Stichtag am 30. September 2001 im Schnitt nur jeweils fünf Akademiker um einen zu besetzenden Arbeitsplatz beworben. In der zweiten Jahreshälfte sei der Beschäftigungsaufbau zwar "zum Stillstand gekommen", doch alles in allem sieht das arbeitgebernahe Kölner Institut den Arbeitsmarkt für Akademiker "in noch recht guter Form".

Trotz Dotcom-Krise gute Chancen für Informatiker

Informatik-Absolventen hatten es dabei deutlich leichter als andere. Obwohl die Zahl der IT-Stellenangebote gegenüber dem Vorjahr um über ein Drittel zurückging, konnte jeder Informatiker rein rechnerisch zwischen zwei Jobs wählen. Quereinsteiger hingegen benötigten zunehmend anerkannte Zertifikate.

Auch Ingenieure konnten 2001 fast problemlos in den Beruf starten; in der krisengeschüttelten Baubranche waren neben Nachwuchskräften in erster Linie berufserfahrene Ingenieure und Architekten gefragt. Wirtschaftswissenschaftler fanden laut IW-Analyse passable Einstiegschancen vor, und mit 31.000 neuen Lehrern kam es zu einem Einstellungsboom an Schulen, bei freien Bildungsträgern und Nachhilfeinstituten.

Bei den Naturwissenschaftler konnten Chemiker und Physiker punkten. Hochschulen und Forschungseinrichtungen meldeten den höchsten Bedarf, Unternehmen suchten vor allem "Forschungsmanager". Für Juristen meldete das IW weniger günstigere Aussichten.

Absolventen der klassischen "brotlosen Künste" kann die Statistik wenig Mut machen, die Zahl der Arbeitslosen stieg deutlich: Geisteswissenschaftler mussten sich im Durchschnitt gegen 28 andere Bewerber durchsetzen, in künstlerischen Berufen rangelten sogar 34 Akademiker um einen Job.

In Ostdeutschland hatten Hochschulabsolventen größere Schwierigkeiten, einen Job zu finden, als in Westdeutschland. Auch ältere Akademiker hatten schlechte Chancen. Dagegen schneiden die Youngster insgesamt ausgesprochen gut ab: Im vergangenen Jahr war nur jeder zwölfte arbeitslose Akademiker Berufsanfänger - 1992 war es noch jeder fünfte.

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