Deutsche Telekom Schumacher will auch nicht

Die Gerüchte um die ungeklärte Nachfolge an der Spitze der Telekom erhalten neue Nahrung. Angeblich soll jetzt Ulrich Schumacher die Nachfolge von Helmuth Sihler antreten. Doch bei dem Infineon-Chef hält sich die Wechsellust offenbar in Grenzen.

Hamburg - Auf der Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom ist jetzt auch der Name des Infineon-Chefs Ulrich Schumacher ins Gespräch gebracht worden.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "DER SPIEGEL" führen der Interimschef des Bonner Konzerns, Helmuth Sihler, und Aufsichtsratschef Hans-Dietrich Winkhaus seit einigen Wochen intensive Verhandlungen mit Schumacher.

Unter Berufung auf Mitglieder des Kontrollgremiums schreibt der "SPIEGEL", Schumacher solle einer von drei externen Kandidaten für den Posten des Telekom-Chefs sein, die dem Aufsichtsratspräsidium vorschlagen werden. Wie es in Aufsichtsratskreisen weiter heißt, sei jedoch völlig offen, ob Schumacher auf die Avancen der Telekom überhaupt eingehe.

Am Montag beendete Schumacher allerdings die Spekulationen. Demnach steht er nicht für den Posten zur Verfügung. Die Halbleiterindustrie befinde sich in einer schweren Krise, sagte der Infineon-Chef. Diese sei "noch lange nicht vorbei". Vor diesem Hintergrund stelle er seine "ungeteilte Arbeitskraft" und Aufmerksamkeit weiterhin Infineon zur Verfügung, betonte Schumacher.

Kandidaten, die keine sind

Unterdessen wächst die Kritik an der schleppenden Kandidatensuche, die von ständigen Spekulationen und Dementis begleitet wird. So hatte Sihler intern versichert, dass mit keinem der in der Öffentlichkeit gehandelten Kandidaten überhaupt gesprochen worden sei.

Namen wie Ex-VW-Chef Ferdinand Piëch, Post-Chef Klaus Zumwinkel, Ex-Bertelsmann-Lenker Thomas Middelhoff oder Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel seien somit völlig aus der Luft gegriffen. Tatsächlich jedoch können einige Manager sogar schriftliche Gesprächseinladungen von Aufsichtsrats- Chef Winkhaus vorweisen.

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