Anlagebetrug 53 Millionen Euro Schaden

Die GVP prellte Anleger um Millionen. Jetzt müssen sich die Gründer vor Gericht verantworten.

Darmstadt - Im größten Betrugsverfahren, das je vor dem Landgericht Darmstadt verhandelt wurde, müssen sich seit Donnerstag drei Finanzmanager verantworten.

Den 49, 51 und 58 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, zwischen den Jahren 1994 und 2000 Geldanleger aus der gesamten Bundesrepublik und dem europäischen Ausland um annähernd 53 Millionen Euro betrogen zu haben. Laut Anklage haben sie in 2252 Fällen teils allein, teils gemeinschaftlich 1500 Anleger geschädigt und viele in wirtschaftliche Not gebracht.

Kopf der Bande soll ein aus Darmstadt stammender und zuletzt in Berlin lebender 51 Jahre alter Kaufmann sein. Er fungierte als Geschäftsführer, Mehrheitsgesellschafter und Verwaltungsratsvorsitzender der in Darmstadt gegründeten Vermögensberatung "Gute Vorsorge-Partner (GVP) GmbH", die ab Mitte der 90er Jahre Niederlassungen in Berlin, Luxemburg und Genf gründete.

Vom Geld feht jede Spur

Ein mitangeklagter 49 Jahre alter Luxemburger war Treuhänder der inzwischen bankrotten Firmengruppe, ein 58 Jahre alter Schweizer fungierte zuerst als Finanzberater und dann als Verwaltungsratsvorsitzender der 1998 gegründeten GVP Genf.

Über ein dichtes Netz von rund 400 Vermittlern wurden laut Anklage anlagewillige Kunden in Anzeigen angeworben und ihnen Renditen bis zu 15 Prozent versprochen. Geködert worden seien die Anleger auch mit dem Versprechen, das Geld werde auf sicheren Einzelkonten in der Schweiz und in Liechtenstein angelegt.

In Wirklichkeit, so berichtete Staatsanwalt Bernhard Binnewies, hätten in einem Schneeballsystem Neuanleger die Zinserträge der Erstanleger und die Provisionen der Vermittler finanziert.

Die Einlagen, die in Einzelfällen bis zu 613.000 Euro betrugen und oft auch bar ausgehändigt wurden, sollen die Angeklagten für laufende Betriebsausgaben und für sich selbst verwendet haben. Von den Riesensummen fehlt bislang jede Spur. Zur Eröffnung des Hauptverfahrens, dessen Ende nicht abzuschätzen ist, waren mehr als 30 Geschädigte aus der gesamten Bundesrepublik angereist.

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