Abbey National Der Sanierer kommt

Von der Schweiz an die Themse - eine der größten Banken Großbritaniens hat einen neuen Chef.

London - Der frühere Präsident der schweizerischen Bank UBS, Luqman Arnold (52), leitet künftig als Chief Executive die Geschicke von Abbey National, der sechstgrößten Bank Großbritanniens.

Nach einer Mitteilung der Bank vom Freitag in London wird Arnold seine Arbeit am kommenden Montag aufnehmen. Er übernimmt den Posten von Ian Harley, der im Juli nach einer Reihe von Gewinnwarnungen zurücktreten musste.

"Er ist der ideale Mann, um Abbey wieder auf den Wachstumspfad zurückzubringen", sagte Lord Burns, der Aufsichtsratsvorsitzende von Abbey National. In dieser Woche hatte Abbey National ein zweites Übernahmeangebot der Bank of Ireland abgelehnt.

Die Iren hatten zehn Milliarden Pfund geboten, doch hatte Abbey erklärt, man sei vom Nutzen eines Zusammengehens nicht überzeugt und wolle weiter unabhängig bleiben. Die Bank of Ireland ließ wissen, sie wolle das Angebot nicht erhöhen.

Die Aktie schmiert ab

Unterdessen haben die Aktien von Abbey National  deutlich an Wert verloren. Die jüngsten Übernahmespekulationen, die den Kurs der Bank angetrieben hatten, erhielten nach der Berufung von Luqman Arnold einen Dämpfer.

Nach Ansicht eines Analysten ist seine Berufung ein Zeichen für das Bestreben nach Unabhängigkeit. Derzeit arbeitet das Haus an seiner Restrukturierung, versucht, einige Vermögenswerte zu verkaufen und bemüht sich um Kosteneinsparungen.

Nach Mitteilung der Investmentbank Merrill Lynch war Arnold an der Restrukturierung der UBS und am Aufbau des Privatkundengeschäfts beteiligt. Das seien gute Voraussetzungen für die Arbeit bei Abbey. Arnold war von 1996 bis 2001 Finanzvorstand bei UBS und wurde im April 2001 auf den Chefsessel berufen. Nach nur acht Monaten an der Spitze verließ er die Bank.

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